München – Zwei Jahre nach dem Start der HighCare Agenda sieht das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium die Digitalisierung der Pflege auf gutem Weg. Ministerin Judith Gerlach zog am Donnerstag in München Bilanz, wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitteilte. Die Agenda war am 5. November 2024 gestartet. Bis 2029 investiert der Freistaat dafür rund 31 Millionen Euro.
Für die Region wichtig ist das Kompetenzcluster innovative Pflege, kurz KiPf, in Bad Kissingen. Es wurde vor einem Jahr geschaffen. Dort arbeiten Pflegepraxis, Pflegewissenschaft und Pflegewirtschaft zusammen, damit innovative Technologien in der Pflege häufiger zum Einsatz kommen. Nach Angaben der Ministerin ist das KiPf inzwischen eine zentrale Anlaufstelle für Digitalisierung und neue Pflegekonzepte. Es hilft Pflegeanbietern in ganz Bayern, digitale Lösungen in den Alltag einzubauen. In den Fachforen des KiPf wird der Beteiligungsprozess der HighCare Agenda fortgeführt. Dort tauschen unterschiedliche Akteure Erfahrungen aus und suchen gemeinsam nach Lösungen.
Forschung, Auszeichnung und Technik
An der Hochschule Kempten im Allgäu entsteht am Bayerischen Zentrum Pflege Digital die „Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik“ (FiPtec). Beteiligt sind bayerische Hochschulen und Universitäten, die sich mit Pflege und Digitalisierung befassen. Zusammen mit dem KiPf soll die Initiative sicherstellen, dass Forschungsergebnisse in der Praxis ankommen. In den Arbeitsgemeinschaften der FiPtec geht es unter anderem um den Stand der Digitalisierung in der Pflege (digitaler Reifegrad), um die Fähigkeiten der beruflich Pflegenden, um die interprofessionelle Zusammenarbeit und um die Bedürfnisse pflegender An- und Zugehöriger.
Außerdem sollen künftig Musterpflegeeinrichtungen ausgezeichnet werden, die beim Einsatz moderner Technik vorangehen. Gerlach sagte dazu: „Wir wollen auch sichtbar machen, wo innovative Pflege schon heute gelebt wird.“
Beim „Digitalpakt Pflege“ haben sich im Januar 2025 insgesamt 39 Institutionen aus Pflegepraxis, Pflegewirtschaft, Wissenschaft und Verbänden freiwillig verpflichtet, die Umsetzung der Agenda zu unterstützen. Damit die technischen Voraussetzungen in den Einrichtungen stimmen, stellt der Freistaat mit der 100-Prozent-WLAN-Strategie bis 2027 zusätzlich 15 Millionen Euro bereit. Das ergänzt die Förderung durch die Pflegeversicherung.
Von der Agenda sollen auch Pflegebedürftige und Angehörige profitieren. Über die Plattform „Pflegefinder Bayern“ lassen sich ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen und Pflegeheime suchen. Dort sind 1.780 Pflegedienste, 596 Tagespflegeeinrichtungen und 943 Pflegeheime eingetragen (Stand 19. Oktober 2026).
Auf einen Blick
- Bewerbung als Musterpflegeeinrichtung: bis zum 31. Dezember 2026 möglich
- Start der HighCare Agenda: 5. November 2024
- Investition bis 2029: rund 31 Millionen Euro
- WLAN-Strategie: zusätzlich 15 Millionen Euro bis 2027
Eigene Einschätzung
Die Mitteilung bleibt bei Ergebnissen weitgehend allgemein: Wie viele Einrichtungen das KiPf bisher konkret begleitet hat, erfährt man nicht. Einrichtungen sollten die Bewerbungsfrist für die Auszeichnung im Blick behalten.













