Brauerei: Hirschau-9589-Bearbeitet
Symbolbild: Brauerei · Foto: Dietrich Krieger, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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München – Gegen traditionelle Rollenbilder und für mehr Gleichstellung in der Wirtschaft hat sich Bayerns Frauenministerin Ulrike Scharf in Nürnberg ausgesprochen. Sie war Gastgeberin des Netzwerks „Sie – Bayerns Frauen“ und lud gemeinsam mit dem IHK-Netzwerk „Frauen Unternehmen Wirtschaft“ Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und Wissenschaft zu einem Austausch in die IHK Nürnberg ein, wie das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales mitteilte.

Anlass sei, dass sich die Arbeitswelt verändere und zugleich traditionelle Rollenbilder wieder an Einfluss gewännen. Zu der Veranstaltung mit dem Motto „Zwischen Fortschritt und Retraditionalisierung – Frauen, Wirtschaft und gesellschaftlicher Wandel“ strömten rund 100 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft. Im Mittelpunkt standen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Frauen in Führungspositionen und die Frage, wie Rollenbilder Entscheidungen bei Bildung und Berufswahl beeinflussen.

Scharf sagte: „Kompetenz kennt kein Geschlecht.“ Es brauche Frauen in Politik, Wirtschaft, Kunst, Sport und Wissenschaft, und Frauen bräuchten echte Wahlmöglichkeiten. Familie, Beruf und Pflege müssten vereinbar sein, die Kinderbetreuung verlässlich und die Arbeitszeiten flexibel. Auf das Potenzial von Frauen könne man nicht verzichten. Tradwives propagierten nach ihren Worten mitunter gefährliche und veraltete Rollenbilder, weshalb man Gleichstellung vorantreiben müsse.

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Echte Chancen für Frauen verlangte Fadja Nayel, Vizepräsidentin der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Dafür brauche es passende Rahmenbedingungen und Unternehmenskulturen, sei es beim Wiedereinstieg, in Führungspositionen oder auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Das sei laut Nayel nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft.

Zum Netzwerk „SIE – Bayerns Frauen“ gehören Persönlichkeiten aus ganz Bayern, die aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft kommen. Es organisiert regelmäßig Vorträge und hat aktuell 1.200 aktive Mitglieder, die sich für frauenpolitische Themen einsetzen.

Auf einen Blick

  • Ort: IHK Nürnberg
  • Gekommen waren rund 100 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft.
  • Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Zwischen Fortschritt und Retraditionalisierung – Frauen, Wirtschaft und gesellschaftlicher Wandel“.

Hintergrund

Wer nach einer Pause in den Beruf zurückkehren will, findet Hilfe bei der Bundesagentur für Arbeit. Sie unterstützt den Wiedereinstieg in den Beruf unter anderem mit einem Berufecheck, wie das bayerische Arbeitsministerium auf seiner Weiterbildungsseite schreibt. Unter „Tipp&Links“ finden sich dort zudem weitere Hilfen, die sich an Menschen im Wiedereinstieg richten, darunter auch Offerten, die eigens auf Frauen zugeschnitten sind.

Bei der Suche nach einer passenden Qualifizierung hilft der Weiterbildungs-Lotse des Ministeriums. Er bietet Orientierungshilfe zum Einstieg und findet Schritt für Schritt die passende berufliche Qualifizierung. Interessierte können sich außerdem von den durch das Arbeitsministerium geförderten Weiterbildungsinitiatorinnen und -initiatoren kostenlos beraten lassen.

Das Ministerium betreibt außerdem das Portal bayerns-frauen.de. Dort gibt es nach eigenen Angaben Infos zu frauenpolitischen Themen und Unterstützungsangebote für Frauen. Seine Seite zur Chancengleichheit führt unter anderem Themen wie Familie und Beruf auf.

Eigene Einschätzung

Die Forderungen von Ministerin und IHK-Vertreterin sind deutlich, bleiben aber allgemein. Welche konkreten Schritte bei verlässlicher Kinderbetreuung oder flexiblen Arbeitszeiten folgen sollen, verrät die Mitteilung nicht. Interessierte Frauen sollten die genannten Beratungsangebote nutzen, statt auf Ergebnisse der Debatte zu warten.

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