Bayern Coburg
Symbolbild: Coburg · Foto: Calips, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Coburg – Wie erkennt eine Suchmaschine, dass São Paulo zu Brasilien gehört, selbst wenn beide Begriffe nie im selben Text stehen? Mit dieser Frage befasst sich ein gemeinsames Vorhaben der Hochschule Coburg und des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) mit Sitz in Jena. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt es mit knapp 400.000 Euro, teilte die Hochschule Coburg mit.

Prof. Dr. Jochen Leidner ist an der Hochschule Coburg sowohl am Center for Responsible Artificial Intelligence (CRAI) als auch an der Fakultät Wirtschaft tätig. Zusammen mit Dr. Xuke Hu vom DLR will er Methoden erforschen, mit denen KI-Systeme geografische Informationen in Texten erkennen und daraus räumliche Zusammenhänge ableiten.

Mehrsprachiger Datensatz mit Umrissen von Städten und Ländern

Zu diesem Zweck wird ein Datensatz in mehreren Sprachen aufgebaut. Er verknüpft geografische Angaben aus Texten mit den passenden räumlichen Daten, etwa den Umrissen von Städten und Ländern. Vorhandene Datensätze werden kontrolliert, berichtigt und ausgebaut. Menschen annotieren die Daten, damit die geografischen Angaben möglichst genau erfasst sind.

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Nutzen für die Suche

Langfristig könnte die Forschung Suchmaschinen und andere KI-Anwendungen verbessern. Wer etwa nach „Menschenrechtsverletzungen Brasilien“ sucht, könnte künftig auch Texte finden, in denen nur São Paulo vorkommt, das Land aber unerwähnt bleibt. Dafür muss das System die Stadt dem Land zuordnen können.

Auch bei lokalen Angeboten kann dieses Wissen helfen. Leidner sagte augenzwinkernd, man hoffe, dass bei Anfragen wie „Pizza Coburg“ Verwechslungen etwa mit Coburg im australischen Bundesstaat Victoria seltener werden.

Forschung mit langer Vorgeschichte

Das Projekt knüpft an Leidners Arbeit an, die er zwischen 2003 und 2007 im Rahmen seiner Doktorarbeit in Edinburgh begann und später an der Hochschule Coburg wieder aufgriff. Dabei kommen Geoinformationssysteme und künstliche Intelligenz zusammen. Eingeordnet wird das Vorhaben als Grundlagenforschung.

Hintergrund

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist laut Wikipedia eine fachübergreifende Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Finanziert wird ihr Förderetat aus Steuermitteln, wobei der Bund zwei Drittel und die Länder ein Drittel beisteuern.

In ihrer Satzung nennt die DFG als Schwerpunkt Vorhaben, die aus der Wissenschaft selbst entwickelt werden und der erkenntnisgeleiteten Forschung dienen. Sie führt dafür Verfahren zur Begutachtung, Bewertung, Auswahl und Entscheidung von Forschungsanträgen durch.

Welche Projekte die DFG fördert, lässt sich über das Informationsportal GEPRIS nachschlagen. Darin finden sich Angaben über Projekte, Personen und Institutionen, die von der DFG gefördert werden.

Eigene Einschätzung

Das Beispiel mit São Paulo und Brasilien macht verständlich, worum es geht, auch ohne KI-Vorwissen. Offen bleibt, wann Nutzer etwas davon spüren: Die Mitteilung spricht nur von „langfristig“ und „könnte“. Interessant ist, dass der Datensatz von Menschen geprüft wird. Das dürfte Aufwand bedeuten, spricht aber für Sorgfalt.

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