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Symbolbild: Bamberg · Foto: Reinhold Möller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Bamberg – Auf dem Platz der Menschenrechte in Bamberg ist seit kurzem die deutsch-tschechische Ausstellung „Vertriebene Schicksale“ zu sehen. Sechs persönliche Lebensgeschichten zeigen, wie Krieg, NS-Herrschaft, Flucht und Vertreibung das Dasein von Betroffenen einschneidend prägten. Anlass ist der 80. Jahrestag der planmäßigen Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. Das teilte die Stadt Bamberg mit. Zwei der porträtierten Personen sind eng mit Bamberg verbunden. Gezeigt wurde die Schau zuvor im tschechischen Troppau (Opava).

Dieter Aust wurde 1939 in Troppau geboren. Am 1. April 1946, als Siebenjähriger, musste er zusammen mit seiner Mutter Jägerndorf verlassen. Nach einem mühsamen Neustart in Bayern wurde er nach dem Studium Lehrer und unterrichtete mehr als 30 Jahre an einem Bamberger Gymnasium in Deutsch, Geschichte und Erdkunde. Die NS-Vergangenheit seines Vaters, eines SS-Oberscharführers im Krieg, bestimmt ebenfalls seine Familiengeschichte. Erst im Erwachsenenalter fing Aust an, dessen Rolle kritisch zu prüfen. Inzwischen engagiert er sich für Aufklärung über die Geschichte und gegen das Vergessen.

Hermann Frey kam 1929 in Kamitz zur Welt und wuchs in Alt-Zechsdorf im Kreis Troppau auf. Noch als Jugendlicher musste er zur Wehrmacht und kam nach Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft. Nach der Flucht wurde er in Troppau festgenommen und verbrachte mehrere Wochen im Arbeitslager am heutigen Eichendorffplatz. Später schaffte er es nach Bayern. Er heiratete 1952, gründete eine Familie und fand in Bamberg ein neues Auskommen. Zeit seines Lebens war er in der Heimatkreisgemeinschaft Troppau aktiv, um die Erinnerung an seine Heimatregion zu bewahren und Deutsche und Tschechen einander näherzubringen. 2023 ist er gestorben.

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Historische Einordnung

Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf Flucht und Vertreibung, sondern fragt auch nach den Ursachen: dem Erstarken des Nationalsozialismus, der deutschen Besatzung und den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Außerdem geht es um Internierungen, Zwangsarbeit und Vertreibungen der deutschsprachigen Bevölkerung nach Kriegsende. Die sechs Lebensläufe machen deutlich, dass politische Schuld, persönliche Verwicklung und Leid oft eng beieinanderliegen.

„Geschichte besteht nicht nur aus Jahreszahlen und politischen Entscheidungen.“ So hebt es Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar hervor. „Unsere Zukunft liegt vor allem in den Begegnungen zwischen den Menschen“, so Dieter Rehmann von der Heimatkreisgemeinschaft Troppau. Wie lebendig die Beziehungen beider Städte sind, zeigte sich zuletzt: Eine tschechische Schülergruppe aus Troppau besuchte Bamberg. Zuvor hatten bereits Jugendliche der Graf-Stauffenberg-Realschule die Partnerstadt Troppau besucht.

Wer hinter der Ausstellung steht

Konzipiert haben die Schau die Troppauer Kulturorganisation OKO, die tschechische Initiative Paměť národa („Gedächtnis der Nation“) und das Landesarchiv Troppau. Die Heimatkreisgemeinschaft Troppau e.V. hat sie nach Bamberg geholt. Anstoß gab im Juni dieses Jahres der Besuch von Historikern aus Opava im Bamberger Troppauzimmer.

Auf einen Blick

  • Ort: Platz der Menschenrechte, Bamberg
  • Zu sehen ist sie noch bis April 2027.
  • Nach Bamberg geholt von: Heimatkreisgemeinschaft Troppau e.V.

Eigene Einschätzung

Die Ausstellung stellt einzelne Menschen in den Mittelpunkt, statt nur Zahlen und Daten zu nennen. Gerade der Blick auf die Familiengeschichte von Dieter Aust zeigt, dass es nicht nur um Opfer geht, sondern auch um persönliche Verstrickung. Die Mitteilung nennt leider keine Öffnungszeiten, was für einen Besuch hilfreich wäre.

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