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Symbolbild: Neustadt bei Coburg · Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Neustadt bei Coburg – In Neustadt bei Coburg sind am 12. Oktober 2026 drei weitere Stolpersteine verlegt worden, teilte die Stadt Neustadt bei Coburg mit. Sie erinnern an drei Opfer der „Aktion T4“, des sogenannten Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten. Die Täter erfassten ab 1939 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und brachten sie später systematisch um.

Die Steine tragen die Namen Marie Pertsch, Walter Hartleb und Martha Reißmann. Verlegt wurden sie vor deren letzten frei gewählten Wohnsitzen: in der Ernststraße, am Alexandrinenplatz und in der Coburger Straße. Die Nationalsozialisten töteten sie alle in Hartheim.

Bei der Verlegung dabei waren Heimatpflegerin Isolde Kalter, Initiatorin Susanne Greiner-Schunk, Oberbürgermeister Dominik W. Heike und zahlreiche Stadträte. Die Familie Greiner-Schunk hat die Steine gestiftet.

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Bei der Verlegung des ersten Steins in der Ernststraße 15 erinnerte Heike an die historische Verantwortung aller. Es gehe darum, „dass solche dunklen Zeiten niemals wieder Teil unserer Realität werden.“ An jedem Stolperstein wurden die Lebensdaten der Opfer verlesen, anschließend gab es ein stilles Gedenken.

Auf einen Blick

  • Termin: 12. Oktober 2026
  • Ort: Neustadt bei Coburg
  • Verlegeorte: Ernststraße (erster Stein in der Ernststraße 15), Alexandrinenplatz, Coburger Straße
  • Gestiftet von der Familie Greiner-Schunk

Hintergrund

Nach den Angaben auf der Website des Projekts setzt man Stolpersteine vor den Ort, den die Menschen zuletzt aus freien Stücken als Wohnort gewählt hatten. Eine Verlegung braucht die Genehmigung der Stadt, weil die Steine mit wenigen Ausnahmen auf öffentlichem Grund liegen. Jedes Opfer erhält einen eigenen Stein, denn dem Künstler geht es um das individuelle Gedenken.

Das Kunstkonzept entwarf Gunter Demnig 1992/1993, wie die Website des Projekts erläutert. Wer eine Verlegung organisiert, muss in Deutschland mit € 120,- pro Stein rechnen. Wer die Steine bezahlt, erwirbt ein Kunstwerk, das nach der Verlegung als Schenkung an die Stadt übergeht.

Zu Hartheim nennt Wikipedia ein Detail aus dem Jahr 1945: Bei Ermittlungen der US-Streitkräfte in der früheren Gaskammeranlage brach ein amerikanischer Offizier einen Stahlsafe auf, in dem die sogenannten Hartheim-Statistiken lagen. Dabei handelte es sich um eine Broschüre von 39 Seiten für den internen Gebrauch des Euthanasie-Programms. Sie enthielt monatliche Zahlen zu den Gasmorden an geistig und körperlich behinderten Patienten in sechs Tötungszentren.

Eigene Einschätzung

Die Mitteilung nennt Namen und Orte, erzählt aber nichts über die Menschen selbst. Gerade das würde Passanten helfen, hinter dem Stein einen Menschen zu sehen. Gut ist, dass bei jeder Verlegung die Lebensdaten verlesen wurden. Wer vorbeikommt, sollte kurz innehalten und die Inschrift lesen.

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