Herzogenaurach Hauptstraße Fehnturm
Symbolbild: Herzogenaurach · Foto: Tilman AB, Public domain, via Wikimedia Commons (Datei)
Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Erlangen – Wie gelingt es Eltern, die Bedürfnisse ihrer kleinen Kinder ernst zu nehmen und trotzdem den Alltag zu bewältigen? Darum geht es am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in einem Online-Vortrag mit dem Titel „Beziehung und Erziehung“. Eingeladen hat der Arbeitskreis „U3 Betreuungsqualität“ im Bündnis für Familie des Landkreises, wie das Landratsamt Erlangen-Höchstadt mitteilte. Um 19 Uhr startet der Abend, der Teil der Veranstaltungsreihe „WISST IHR WAS ICH BRAUCHE?“ ist.

Im Zentrum steht ein Spannungsfeld, das Eltern und pädagogische Fachkräfte kennen: Kinder brauchen Raum für ihre Gefühle und Bedürfnisse. Zugleich lernen sie, sich mit Regeln, Grenzen und dem Alltag zurechtzufinden. Wie sich beides miteinander verbinden lässt, erläutert der Diplom-Pädagoge Jan Raisch. Dafür stellt er das Modell „Binden – Halten – Lösen“ vor und gibt Denkanstöße für solche Situationen.

Raisch ist diplomierter Erziehungswissenschaftler und Psychologe und führt eine eigene Praxis als systemischer Paar- und Familientherapeut. Daneben arbeitet er als Kinderschutzfachkraft in der Kinder- und Jugendhilfe und wirkt an der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte mit.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Angesprochen sind vor allem Eltern und Fachkräfte, die Kinder zwischen null und drei Jahren betreuen. Nach Angaben der Veranstalter lohnt sich der Abend auch für alle, die es mit älteren Kindern zu tun haben.

Auf einen Blick

  • Termin: Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19 Uhr
  • Format: Online-Veranstaltung
  • Referent: Jan Raisch, Diplom-Pädagoge
  • Wer teilnehmen möchte, meldet sich unter www.buendnis-fuer-familie.de an.

Hintergrund

Was unter Bindung zu verstehen ist, erklärt ein Ratgeber des Freistaats. Nach dieser Auffassung zielt schon vom ersten Lebenstag an alles, was ein Kind tut, darauf ab, eine Bindung zu einer erwachsenen Bezugsperson aufzubauen. Diese Bezugsperson muss nicht zwingend ein Elternteil sein. Wichtig seien Nähe und Zuverlässigkeit.

Laut Ratgeber reicht die bloße körperliche Anwesenheit nicht aus. Die Bezugsperson soll auf die Bedürfnisse und Signale des Kindes eingehen und sie aus dessen Sicht deuten. Außerdem soll sie auf das Verhalten des Kindes sofort, zuverlässig und beständig reagieren.

Zum Verhältnis von Nähe und Selbstständigkeit schreibt der Ratgeber, Bindung heiße nicht, dass das Kind ständig am „Rockzipfel“ hänge. Es gehe um das richtige Maß zwischen Halten und Loslassen. Zugleich müsse ein Kind Raum für Selbstständigkeit bekommen. Es solle Zuspruch erhalten, wenn es selbst entscheidet und sich an Neues wagt.

Fühlt sich ein Kind geborgen, ist es nach den Angaben später oft unternehmungslustig und erkundet seine Umgebung eher. Es weiß, dass die Eltern für es da sind, und erlebt sie als sichere Basis, zu der es jederzeit zurückkehren kann.

Eigene Einschätzung

Der Abend greift eine Frage auf, die im Familienalltag ständig auftaucht: Wie viel Nähe, wie viel Regel? Offen bleibt, wie viel Raum für konkrete Fragen aus dem Publikum vorgesehen ist. Das nennt die Mitteilung nicht.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen