München – Drei der sechs ausgezeichneten Projekte kommen aus Dörfles-Esbach, Hösbach und Neumarkt. Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach vergab den Bayerischen Demenzpreis 2026 am Dienstag, 13. Oktober, in München. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mit.
Der Preis wurde 2015 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. „Demenz geht uns alle an“, sagte Gerlach. Die ausgezeichneten Vorhaben sollen aus ihrer Sicht als Vorbild dienen und ähnliche Projekte in ganz Bayern anstoßen.
Die Preisträger
Der erste Preis mit 5.000 Euro ging an den Verein wohlBEDACHT e.V. für seine „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“. Von 17:00 bis 9:00 Uhr begleiten Fachkräfte dort bis zu zwölf Übernachtungsgäste. Ein Fahrdienst kann sie abholen und am Morgen heimbringen. Das soll pflegende Angehörige entlasten.
Platz zwei mit 3.000 Euro erhielt die oberfränkische Gemeinde Dörfles-Esbach für „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“. Gemeinsam mit mehreren Ortsvereinen, der Kirchengemeinde und Ehrenamtlichen hat sie Teilhabeangebote aufgebaut, darunter ein Senioren-Tanzcafé und eine Rollator-Laufgruppe. Sie richten sich an Menschen mit Demenz und deren Angehörige.
Der dritte Preis mit 1.000 Euro ging an das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach für das „P-Seminar: Spiele für Menschen mit Demenz“. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Lebenswelt Betroffener und kommen mit ihnen ins Gespräch. Spiele für diese Zielgruppe entwerfen sie selbst, ausprobiert werden sie in Tagespflegeeinrichtungen.
Drei weitere Anerkennungen vergab das Ministerium an den Pflegestützpunkt der Region Landshut, an das Pflegezentrum Sebastianspital am Wöhrder See/NürnbergStift und an das Klinikum Neumarkt. Dessen Projekt heißt „Unterstützung auf 4 Pfoten – Therapiehunde auf der Akutgeriatrie“.
Eigene Einschätzung
Dass eine Gemeinde und eine Schule neben Pflegeeinrichtungen gewürdigt werden, zeigt: Teilhabe für Menschen mit Demenz entsteht oft im Kleinen, durch Vereine, Ehrenamtliche und neugierige Jugendliche. Offen lässt die Mitteilung, ob die Projekte dauerhaft weiterlaufen und wie andere Orte sie übernehmen können. Wer selbst Angehörige pflegt, findet darin keine Kontaktdaten der Preisträger.










