Aschaffenburg – Zum Dank und in Anerkennung ihres ehrenamtlichen Engagements wurden die Integrationshelferinnen und -helfer sowie die Sprachvermittlerinnen und -vermittler zu einem gemeinsamen Nachmittag mitsamt Rundwanderung eingeladen. Dort bot sich den Engagierten, die wiederum von den beiden hauptamtlichen Integrationslotsen im Landratsamt – Daniela D’Cruz und Robert Walz – unterstützt werden, sowohl eine optimale Gelegenheit zum informellen und gewinnbringenden Austausch unter einander als auch eine gleichsam erholsame und interessante Zeit in der Natur. Die von den Wanderfreunden Edelweiß Kahl geführte Rundwanderung „Kahl erleben – Natur und Ort“ gab zudem Einblick in die Geschichte der Gemeinde.
Rund 20 Ehrenamtliche, die überwiegend selbst eine Einwanderungsgeschichte mitbringen und nun wiederum andere Menschen bei der Integration unterstützen, nahmen an der Wanderung teil – darunter Menschen aus Japan, Indien, Albanien, Ukraine, Rumänien und Iran. Ihnen eine geführte Wanderung zu bieten, ist für die Wanderfreunde Edelweiß Kahl mehr als die eigentliche Tour. Die Wanderfreunde machten deutlich, es ist deren ausdrückliches Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und gelebte Gemeinschaft. Der Verein stehe dafür, Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam auf den Weg zu bringen, Begegnungen zu ermöglichen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Bei passendem Herbstwetter führte die Wanderung zunächst zur Fallermühle, der sogenannten Kahler Walzenmühle – eine von vielen Mühlen, die am Unterlauf des Mains betrieben wurden. Anschließend ging es entlang der Kahl bis zur Kahlmündung, wo sich mit rund 102 Metern über dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Bayerns befindet. Vorbei am dortigen Freizeitgelände mit Campingplatz, Bootshafen und Reparaturwerkstatt für Boote führte der Weg durch Streuobstwiesen wieder zurück in Richtung Ortsmitte. Höhepunkt der Wanderung war die von Altbürgermeister Jürgen Seitz geführte Besichtigung des Kahler Wasserturms am Villefontainer Platz. Bis 1966 versorgte das 1931 errichtete und heutige Industriedenkmal die Kahler Bevölkerung mit Trinkwasser. Nach Fortsetzung der Wanderung vorbei an den beiden ältesten Gebäuden Kahls – dem um 1650 erbauten Bayerischen Hof und dem Ende des 15. Jahrhunderts errichteten Gasthaus zum Schwanen – führte der Weg zum gemeindeeigenen Backofen „Backes“, der ebenfalls um 1650 erbaut und bis 1938 für die Brotherstellung genutzt wurde. Den Abschluss bildete die Einkehr im Café Karaca.
Seit 2017 gibt es die beiden Integrationslotsen im Landratsamt Aschaffenburg, deren Stellen im Rahmen einer Projektförderung durch den Freistaat Bayern geschaffen wurden. Seither koordinieren und vernetzen sie die regionalen Akteurinnen und Akteure im Bereich der Integration. So werden ehrenamtliche Sprachvermittlerinnen und -vermittler geschult und in ihre Einsätze vermittelt, aber auch ehrenamtliche Integrationsbegleiterinnen und -begleiter fortgebildet, die ihrerseits Sprachkenntnisse vermitteln, bei der Wohnungssuche helfen oder ehrenamtliche Deutschkurse anleiten für Geflüchtete und andere Menschen Migrationsgeschichte.










