Bamberg – Die Universität Bamberg bietet ab dem Wintersemester 2027/28 einen neuen Masterstudiengang an. „Applied Social Data Science“ hat sich in einem Wettbewerb durchgesetzt und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Elitenetzwerk Bayern gefördert. Das teilte die Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit. Die Förderung läuft fünf Jahre, auf Antrag ist eine Verlängerung möglich.
Der Studiengang kombiniert empirische Sozialforschung, Computational Social Science und Statistik. Er richtet sich an besonders leistungsstarke Studierende. Sie lernen in kleinen Gruppen, werden intensiv persönlich betreut und sammeln früh eigene Forschungserfahrung. Die Universität nennt als Ziel die Vorbereitung auf anspruchsvolle wissenschaftliche Karrieren, vor allem auf eine Promotion. Der Abschluss qualifiziere auch für Tätigkeiten außerhalb der Wissenschaft, in denen sozialwissenschaftliches Wissen mit Data Science zusammenkommt.
Daten für gesellschaftliche Fragen
Wer Themen wie Arbeitswelt, Bildung, Familie, Migration oder Gesundheit erforscht, kann laut Mitteilung auf wachsende und vielfältigere Datenbestände zurückgreifen. Zu Befragungs- und Verwaltungsdaten kommen zunehmend digitale Datenquellen hinzu, und Künstliche Intelligenz erleichtere das Erheben, Aufbereiten und Auswerten von Daten. Darauf reagiere der neue Studiengang.
Michael Gebel, Sprecher des Studiengangs, sagte: „Die Wissenschaft braucht Forschende, die evidenzbasierte Lösungen für gesellschaftliche Probleme entwickeln.“ Vizepräsident Stefan Hörmann, zuständig für Lehre und Studierende, sieht in der Aufnahme ins Elitenetzwerk eine besondere Auszeichnung für das Lehrkonzept. Wissenschaftsminister Markus Blume nannte den Studiengang „eine Ideenschmiede für die Zukunft unserer Gesellschaft“.
Netzwerk und Aufbau
Der Master ist konsequent auf Forschung ausgerichtet. Die Studierenden bekommen Einblick in die Arbeit wissenschaftlicher Einrichtungen. Beteiligt sind Fachleute aus Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Statistik der Universität Bamberg. Als Kooperationspartner nennt die Universität:
- das LIfBi, also das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe
- das ifb, das Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg
- das IAB, das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
- die BAuA, also die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Der Studiengang ist englischsprachig. Internationale Gäste sind eingebunden, Forschungs- und Studienaufenthalte im Ausland werden gefördert.
Auf einen Blick
- Start: Wintersemester 2027/28
- Bewerbung: voraussichtlich ab Sommer 2027 möglich
- Förderung: fünf Jahre, Verlängerung auf Antrag möglich
- Kontakt für inhaltliche Rückfragen: Prof. Dr. Prof. h.c. Michael Gebel, Lehrstuhl für Soziologie (Schwerpunkt Methoden), Tel.: 0951/863-2629, E-Mail: michael.gebel(at)uni-bamberg.de
Eigene Einschätzung
Für Interessierte ist vor allem der Zeitplan nützlich: Der Beginn der Bewerbungsphase ist nicht verbindlich angekündigt, die Universität spricht nur von „voraussichtlich“ einem Zeitpunkt im Sommer. Offen bleibt, wie viele Plätze es gibt und nach welchen Kriterien ausgewählt wird. Die Mitteilung betont Exzellenz und Betreuung sehr stark, zu den Zugangsvoraussetzungen sagt sie nichts.













