München – Im bayerischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sind 2025 fast genau 13 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt worden. Das ist ein neues Allzeithoch, teilte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit. Gegenüber dem Rekordjahr 2024 mit 12,4 Milliarden Personenkilometern ist das ein Plus von rund vier Prozent. Personenkilometer bezeichnen die Gesamtheit aller Strecken, die Fahrgäste im bayerischen SPNV zurückgelegt haben.
Außerhalb der beiden S-Bahn-Netze fiel der Zuwachs mit rund fünf Prozent etwas stärker aus. Die Personenkilometer in den Regionalverkehrszügen nahmen von 9,4 Milliarden auf 9,88 Milliarden zu. Von 2,52 Milliarden auf 2,58 Milliarden (+2 %) wuchs der Wert bei der Münchner S-Bahn, die Nürnberger S-Bahn legte von 514 Millionen auf 518 Millionen (+1 %) zu.
Der Zuwachs gegenüber 2024 zeigte sich laut Mitteilung zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden nahezu flächendeckend. Als Beispiele nennt das Ministerium: Markt Schwaben und Mühldorf +12 %, Plattling und Straubing +16 %, Regensburg-Prüfening und Neumarkt (Oberpfalz) +28 %, Bamberg und Breitengüßbach +16 %, Fürth und Erlangen +10 %, Bad Kissingen und Gemünden +5 %, Kempten und Pfronten +21 %.
Wegen der gestiegenen Nachfrage kamen 2025 weitere 14 Bahnstationen auf mehr als 1.000 Fahrgäste, die werktags täglich ein- und aussteigen. Darunter sind auch Stationen, die diesen Wert wieder erreichten. Es handelt sich um die Stationen Augsburg Messe, Berchtesgaden Hbf, Bubenreuth, Cadolzburg, Dettingen (Main), Gersthofen, Gotteszell, Kleinostheim, Nördlingen, Nürnberg-Gleißhammer, Regen, Schondorf (Bay), Schwindegg sowie Vach.
Verkehrsminister Christian Bernreiter sieht in den Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) einen klaren Auftrag, den öffentlichen Verkehr weiter zu stärken. Er formulierte es so: „Das ist ein eindeutiges Votum mit den Füßen und den Tickets.“ Bei Qualität und Zuverlässigkeit hake es wegen infrastruktureller Beeinträchtigungen weiter. Er gehe aber stark davon aus, dass der Nachfragetrend angesichts der hohen Spritpreise auch heuer anhält.
BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs sagte, täglich seien in Bayern rund 1,5 Millionen Fahrgäste mit Regional- und S-Bahnen unterwegs. Seit der Regionalisierung vor 30 Jahren sei das Angebot im bayerischen SPNV um zwei Drittel gewachsen, die Nachfrage habe sich mehr als verdoppelt. Zuletzt hätten auch das Deutschlandticket und das Ermäßigungsticket die Entwicklung beschleunigt.
Bernreiter und Fuchs betonen, die Erfolgsgeschichte lasse sich nur fortsetzen, wenn Länder und SPNV-Aufgabenträger zeitnah mehr Regionalisierungsmittel bekommen, um Kapazitäten zu steigern. Steigende Kosten bei Energie und Trassenpreisen brächten das Angebot bundesweit ins Wanken. Der Minister sagte, ohne mehr Mittel sei das „de facto auch eine Kürzung von Sozialleistungen“.
Hintergrund
Dass die Nachfrage schon zuvor stark gewachsen war, zeigt ein Monitoring des Verkehrsministeriums. Im Jahr 2024 wurde im SPNV ein Plus von 23,8 Prozent im Vergleich zu 2019 erreicht, und gegenüber 2023 wuchs die Nachfrage um 16,9 Prozent.
Zugleich wächst das Angebot. Laut Ministerium stiegen die Fahrplankilometer 2025 gegenüber dem Vorjahr bayernweit um 3,0 Prozent.
Die Zuständigkeit für den SPNV ging zum 1. Januar 1996 vom Bund auf die Länder über. Die BEG organisiert und kontrolliert ihn in Bayern, teilt die Staatsregierung auf bayern.de mit. Die jährlichen Zugkilometer stiegen demnach von circa 82 Millionen im Jahr 1995 auf rund 137 Millionen im Jahr 2025.
Beim Geld verweist Bernreiter laut Monitoring darauf, dass Trassenpreise sowie Kosten für Energie und Personal stärker steigen als die Regionalisierungsmittel und Fahrgeldeinnahmen.
Eigene Einschätzung
Die Rekordzahlen belegen, dass der Nahverkehr gebraucht wird. Die Forderung nach mehr Bundesmitteln ist nachvollziehbar, die Mitteilung nennt aber nicht, wie viel Geld nötig wäre. Für Pendler wäre auch interessant, ob die gestiegene Nachfrage bereits zu volleren Zügen führt.













