Hallerndorf – Die Hallerndorfer Kirchweih ist in diesem Jahr zum 25. Mal als Zeltkerwa gefeiert worden. Das teilte die Gemeinde Hallerndorf mit. Der Kirchweihbaum wurde auf dem Festplatz in der Ortsmitte aufgestellt. Johannes Bauer, der dort seit vielen Jahren die Kommandos gibt, mahnte die jungen Helfer an der dritten Schwalbe zur Vorsicht. Wer zu ruckartig schiebt, riskiert, dass die Baumkrone bricht. Ohne sein Grün wäre der Baum nur halb so schön. Bauer erklärte: „Kraft- aber auch liebevoll ist die Kunst“.
Die Fichte, 23 Meter lang, hatte der Kerwasbursche Felix Schneider im Staatswald gefällt. Er arbeitet beruflich bei den Bayerischen Staatsforsten und brachte den Baum auf Anhieb und ohne Probleme zu Fall. Beim Aufstellen unterstützten die Hallerndorfer Kerwasburschen, und die Hallerndorfer Blasmusik begleitete das Geschehen.
Für die Musik im Festzelt sorgten am Freitagabend „One Last Sunset“, am Samstag „Audio Gun“ sowie am Montag das „Duo Hollywood“. Höhepunkt am Montag war das traditionelle Betzenaustanzen. Elf Tanzpaare traten an, am Ende ermittelte ein Wecker mit lautem Tusch das Siegerpaar per Zufall: Lena Schöninger und Bastian Schmitt. Emma Bauer feierte an diesem Tag ihren 17. Geburtstag und bekam von den Blasmusikanten ein Ständchen.
Für Kinder gab es Schaustellerbuden und ein Karussell. Die Kinder des katholischen Kindergartens St. Sebastian errichteten erneut einen kleinen eigenen Kirchweihbaum. Montags übernahm die Band „Boxgalopp“ nachmittags das Festzelt und lud die Kinder zum Mitmachen ein.
In den beiden Gastwirtschaften Lieberth und Rittmayer wurde die Kirchweih früher überwiegend gefeiert. Thomas Schmitt, der als Alt-Kerwasbursche dabei war, blickt zurück: „2001 hatten wir zum ersten Mal ein – wenn auch kleines – Festzelt im Rittmayer-Hof aufgestellt.“ Das Fest verlagerte sich nach und nach auf das Gelände am Rathaus, wo heute Hunderte Besucher zusammenkommen.
Hintergrund
In Franken heißt die Kirchweih nach Angaben von Wikipedia „Kärwa“, „Kerwa“, „Kerba“ oder „Kerm“. Im ländlichen Raum gilt sie als wichtiges dörfliches Brauchtum, um das sich meist unverheiratete Burschen oder Vereine kümmern.
Bei der fränkischen Kerwa dauert das Fest meist von Donnerstag bis Montag. Am Samstag wird der Kirchweihbaum aufgestellt. Dabei kommen oft noch lange Stangenpaare und Stützen zum Einsatz, die „Schwalben und Stempel“ heißen.
Beim Fällen darf der Baum laut Wikipedia nicht durchbrechen, vor allem die empfindliche Spitze verdient besondere Aufmerksamkeit. Am Montag wird dann der „Betz ausgetanzt“: Die Burschen suchen sich am Montagmorgen ein Mädchen aus und tanzen mit ihm.
Eigene Einschätzung
Die Zeltkerwa zeigt, wie ein Fest wächst: von der Wirtshausstube über ein kleines Zelt zum Treffpunkt am Rathaus. Dass Jugendliche den Baum stemmen und Kinder ihren eigenen aufstellen, spricht für den Nachwuchs. Die Mitteilung nennt leider keine Besucherzahl und keine Zahl der Helfer.













