Altenburg
Symbolbild: Bamberg · Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Bamberg – Der Kreistag hat das neue ÖPNV-Konzept mit breiter Mehrheit beschlossen, wie das Landratsamt Bamberg mitteilte. Es besteht aus drei Teilen: dem Schülerverkehr, einem Taktverkehr auf den beiden Kernachsen, nämlich Nord-Süd mit der Bahn sowie Ost-West mit dem Bus, und dem Rufbus. Um diese Achsen herum soll ein Rufbus fahren, der kleinere Orte an die Hauptlinien anbindet.

Landrat Johannes Maciejonczyk erklärte, das Konzept sei mit den Verkehren der Stadt Bamberg abgestimmt und richte sich stärker nach dem Bedarf der Menschen. Als Ziel nannte er: „Die Zielmarke ist klar: ab 1. August 2028 soll das neue Konzept in all seinen Facetten greifen.“

So wurde der Bedarf ermittelt

Der Landkreis hat im Frühjahr 2026 untersucht, was die Menschen von ihrer Mobilität erwarten. Ausgewertet wurden Pendlerdaten und Fahrgastzählungen, außerdem Bewegungsdaten aus dem Mobilfunknetz. Aus den Ergebnissen entstanden Haupt-, Neben- und Ergänzungsachsen, für die ab 2028 ein zuverlässiges, regelmäßiges Taktangebot vorgesehen ist. Der Landrat verwies auf den Flächenlandkreis mit 150.000 Menschen und sehr unterschiedlichen Interessen. Die Orientierung an den tatsächlichen Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger sei auch wirtschaftlich ein Gebot der Zeit und der Vernunft.

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Takt auf Haupt-, Neben- und Ergänzungsachsen

Nach dem Beschluss fahren die Busse auf den Hauptachsen halbstündlich bis stündlich, auf den Neben- und Ergänzungsachsen stündlich. Das gilt von Montag bis Freitag zwischen 5 und 20 Uhr, freitags und vor Feiertagen bis 22 Uhr. Samstags wird von 7 bis 22 Uhr gefahren, sonntags von 8 bis 20 Uhr. Das künftige Angebot im Regionalbusverkehr umfasst rund 1,6 Millionen Fahrplankilometer jährlich. Maciejonczyk sagte, damit entstehe auch außerhalb der klassischen Schulverkehrszeiten und an Wochenenden ein deutlich besser nutzbares Angebot.

Rufbus als neuer Baustein

Neu im Konzept ist ein Rufbussystem. Er soll dort fahren, wo ein regelmäßiger Linienverkehr wegen geringer Nachfrage nicht wirtschaftlich oder zweckmäßig wäre. Kleinere Ortsteile sollen so besser an die Gemeindehauptorte, die Taktachsen und die Bahnhöfe angeschlossen werden. Die Rufbusse sollen nach vorheriger Bestellung verkehren. Bedienzeiten und Routen will der Kreistag im Dezember 2026 beschließen.

Ausschreibung und Kosten

Im Anschluss an die Kreistagssitzungen gehen die neuen Verkehre in die Ausschreibung. Bisher wird der Finanzbedarf auf jährlich 11,8 bis 13,5 Millionen Euro prognostiziert. Belastbare Aussagen zu Ausgaben und Einnahmen sind erst nach der Ausschreibung möglich.

Auf einen Blick

  • Start des neuen Konzepts: ab 1. August 2028
  • Hauptachsen: halbstündlich bis stündlich; Neben- und Ergänzungsachsen: stündlich
  • Zeiten: Montag bis Freitag 5 bis 20 Uhr, freitags und vor Feiertagen bis 22 Uhr, samstags 7 bis 22 Uhr, sonntags 8 bis 20 Uhr
  • Bedienzeiten und Routen des Rufbusses: Beschluss des Kreistages im Dezember 2026
  • Finanzbedarf laut Prognose: jährlich 11,8 bis 13,5 Millionen Euro

Hintergrund

Rufbusse sind im Landkreis Bamberg keine völlige Neuheit. In einem Dokument zum Nahverkehr schreibt der Landkreis, er ergänze das Nahverkehrsangebot seit Mitte 2013 durch Bedarfsverkehre. Zunächst lief das als Pilotprojekt in den Teilbereichen um Burgebrach, Scheßlitz und Strullendorf.

Aus diesem Dokument geht auch hervor, wie der Rufbus im Pilotbetrieb funktionierte. Er fuhr demnach nur, wenn ein Fahrgast seinen Wunsch vorher angemeldet hatte. Einstiegspunkte waren die vorhandenen öffentlichen Haltestellen. Bei der Buchung bekam der Fahrgast die voraussichtliche Zeit für Ankunft und Abfahrt an seiner Haltestelle genannt.

Für die Kosten gab das Dokument eine klare Regel an: Die Fahrt richtete sich nach dem regulären VGN-Tarif, einen Aufpreis gab es nicht. Ob das auch für das System ab 2028 gilt, steht in der aktuellen Mitteilung nicht. Die Angaben stammen aus dem Pilotprojekt.

Eigene Einschätzung

Ein Rufbus kann für kleine Ortsteile viel bringen, aber nur, wenn Bestellung und Preis einfach bleiben. Genau dazu sagt die Mitteilung noch nichts. Fahrgäste auf dem Land sollten die Beschlüsse im Dezember verfolgen, denn dann werden Zeiten und Routen festgelegt. Die Kostenprognose bleibt vorerst eine Schätzung, solange die Ausschreibung nicht gelaufen ist.

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