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Foto: Stadt Bamberg, Steffen Schützwohl

Bamberg – Zum Start gibt das Gremium den Auftrag, eine Strategie in den Bereichen Physical AI und Robotik für die Region zu entwickeln

Wirtschaft wird im Bamberger Stadtrat und bei der Gestaltung der Zukunft noch eine stärkere Rolle spielen. Mit den neu gegründeten Wirtschaftssenat und -beirat schafft Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier die Grundlage, um die Sichtweise von Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft einzubeziehen. „Wir geben der Wirtschaft einen festen Platz am Tisch, an dem über die Zukunft unserer Stadt gesprochen und entschieden wird. Denn eine starke Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die finanziellen Spielräume, die wir brauchen, um Bamberg weiterzuentwickeln“, sagt Niedermaier. Den Worten folgen Taten: So wurde bei der ersten Sitzung des Wirtschaftssenats am Mittwoch gleich eine wichtige Weichenstellung vorgenommen.

Als erster Zukunftsauftrag wurde die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie für Physical AI und Robotik in der Wirtschaftsregion Bamberg ausgegeben. Stadt und Landkreis wollen die bereits vorhandenen Kompetenzen von Unternehmen, Wissenschaft und Forschung stärker zusammenführen und den Wandel insbesondere in der Industrie aktiv gestalten. Rund 20.000 Arbeitsplätze in Stadt und Landkreis stehen in Zusammenhang mit der Automobil- und Zulieferindustrie, die sich aktuell im Umbruch befindet. Zugleich verfügen die Region und ihre Unternehmen über wichtige Fähigkeiten und Erfahrungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung. Das Ziel ist es, daraus konkrete Perspektiven für industrielle Anwendungen und neue Wertschöpfung in der Region zu entwickeln.

Dabei soll der Fokus auf der praktischen Umsetzung liegen. Gemeinsam mit Unternehmen, der Universität Bamberg, der Technologieallianz Oberfranken (TAO) und dem Cleantech Innovation Park (CTIP) sollen zunächst Bedarfe, Kompetenzen und mögliche Kooperationsprojekte identifiziert werden. Eine erste Arbeitsgruppe soll bereits am 8. Oktober zusammenkommen. Perspektivisch wird auch die Einrichtung einer gemeinsamen Infrastruktur am CTIP geprüft, etwa eines „Physical AI & Robotics Lab“. „Wir wollen die Chancen, die in Physical AI und Robotik liegen, frühzeitig für unsere Region nutzen. Es geht darum, unsere industrielle Stärke zu sichern, Unternehmen beim Wandel zu unterstützen und gleichzeitig neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen“, so Niedermaier.

Das große Bild vom Wirtschaftsstandort

Die Grundlage für diese Zukunftsarbeit bildet die klare Analyse des Wirtschaftsstandorts Bamberg, die ebenfalls in der Sitzung vorgestellt wurde. Die Stadt verfügt über eine breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur mit einem starken industriellen Kern, zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen, einem leistungsfähigen Handwerk, einem wachsenden Dienstleistungsbereich und einem bedeutenden Tourismus. Gleichzeitig stehen Unternehmen und Stadt vor Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, dem Strukturwandel in der Automobilindustrie, der Transformation der Innenstadt, der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz sowie der Frage nach geeigneten Gewerbeflächen. Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller hat dazu einen Aktionsplan mit zehn Handlungsfeldern vorgestellt, der unter anderem den direkten Austausch mit Unternehmen, Fachkräftegewinnung, Gewerbeflächenentwicklung, Digitalisierung und Innovation in den Mittelpunkt stellt.

„Bamberg hat eine starke wirtschaftliche Basis – aber darauf können wir uns nicht ausruhen“, betont Dr. Goller. „Wir müssen Entwicklungen früh erkennen, Unternehmen eng begleiten und dort aktiv werden, wo wir als Stadt Gestaltungsmöglichkeiten haben. Der neue Wirtschaftssenat und der Wirtschaftsbeirat geben uns dafür zusätzliche Instrumente und bringen die Perspektive der Wirtschaft noch unmittelbarer in die politische Diskussion ein.“ Allein im laufenden Jahr hat die Wirtschaftsförderung bereits mehr als 90 Unternehmen besucht und dabei konkrete Anliegen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven aufgenommen.

Zwischennutzung wird geprüft

Gute Nachrichten für Unternehmen gibt es beim ehemaligen Schlachthof-Gelände an der Lichtenhaidestraße, wo Möglichkeiten für eine gewerbliche Zwischennutzung geprüft werden. Vorstellbar sind etwa Lagerflächen für Handwerker, aber auch Ersatzstellplätze unter anderem für Mitarbeitende. Auch wird eruiert, inwieweit Flächen für Kulturschaffende und soziale Akteure zur Verfügung gestellt werden können. Bereits auf das Gelände gestellt wurde ein Soccerfeld als Ersatz für den Bolzplatz am Margaretendamm, der für den Bau des Tiefensammlers vorläufig entfällt. Kurz vor der Sitzung wurde auch die Nutzung einer Teilfläche für das Abstellen von Bussen fixiert.