See am Philosophengang im Motherwell-Park in Schweinfurt
Symbolbild: Schweinfurt · Foto: Stephan van Helden, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Schweinfurt – Patienten mit Prostata- oder Nierenkrebs können sich in Schweinfurt in einem offiziell zertifizierten Zentrum behandeln lassen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Uroonkologische Zentrum des Leopoldina-Krankenhauses erstmals zertifiziert, teilte das Krankenhaus mit.

Zum Zentrum gehören mehrere Bausteine: das Prostatakarzinomzentrum, das schon seit 2024 zertifiziert ist, das Nierenkarzinomzentrum, das nun erstmals die Zertifizierung bekam, und das Harnblasenzentrum, das noch im Aufbau ist. Die Zertifizierung bestätigt nach Angaben des Hauses die Qualität der interdisziplinären Versorgung bei urologischen Tumorerkrankungen.

Versorgung vor Ort nach geprüften Standards

Die Betreuung der Patientinnen und Patienten erfolgt in Wohnortnähe und reicht von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Die Behandlung folgt überprüften Qualitätsstandards. Im Mittelpunkt steht, dass die beteiligten Fachrichtungen strukturiert zusammenarbeiten: Urologie, Tumordokumentation, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Radioonkologie, Nuklearmedizin und Pathologie. Gemeinsam entwickeln die Fachleute für jeden Betroffenen ein passgenaues Behandlungskonzept.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Oberärztin und Zentrumskoordinatorin Dr. med. Ute Neff sagte, durch die enge Vernetzung könne man komplexe Fälle gemeinsam bewerten. Sie erklärte: „Bei einer Krebserkrankung ist es entscheidend, die Behandlung exakt auf die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten abzustimmen.“

Fallzahlen und Operationstechnik

Unter Chefarzt Dr. med. Alexander Krebs, dem Leiter der Klinik für Urologie und Kinderurologie, wurden im vergangenen Jahr 227 Primärfälle an Prostatakrebs, 48 neu diagnostizierte Nierenkarzinome und 133 Primärfälle von Harnblasenkrebs behandelt. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Klinik neben dem Prostatakrebs auf Nierenzell- und Harnblasenkarzinome.

Operativ setzt das Zentrum vor allem auf roboterassistierte Chirurgie. Sie wird bei Prostataoperationen eingesetzt und wenn Nierentumoren präzise und möglichst unter Erhalt des Organs entfernt werden. Neu seit diesem Jahr ist, dass auch die Entfernung der Blase samt Harnableitung, ob kontinent oder inkontinent, vollständig robotisch erfolgt.

Geschäftsführer Jürgen Winter sieht das Krankenhaus durch die Zertifizierung in seiner Rolle als zentraler onkologischer Versorger der Region gestärkt. Patienten profitierten nach seinen Worten von kurzen Wegen und abgestimmten Behandlungsabläufen.

Das Onkologische Zentrum des Hauses bündelt seit dem vergangenen Jahr die Organkrebszentren, von denen manche seit vielen Jahren bestehen. Unter dem Dach finden sich unter anderem das Brustkrebszentrum, das Gynäkologische Krebszentrum, ein Zentrum für Tumoren der Bauchorgane mit Pankreas- und Darmkrebsschwerpunkt sowie die Uroonkologie mit ihren Prostata- und Nierenkarzinom-Angeboten.

Eigene Einschätzung

Für Betroffene in Unterfranken zählt vor allem, dass sie für die Behandlung von Prostata-, Nieren- und Blasenkrebs nicht weit reisen müssen. Offen bleibt, wann das Harnblasenzentrum die Zertifizierung anstrebt. Die Mitteilung nennt dafür keinen Zeitplan. Wer sich behandeln lassen will, sollte im Gespräch nach den konkreten Abläufen fragen.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen