Miltenberg – Für das geplante Windenergieprojekt W65 „Sehboldsruhe“ bei Miltenberg steht der Projektentwickler fest: Die ImWind Deutschland GmbH soll das Vorhaben entwickeln. Das teilte die Stadt Miltenberg mit. Das Vorhaben steht nach ihren Angaben noch in einem sehr frühen Stadium.
Der Regionale Planungsverband Bayerischer Untermain hatte das Windvorranggebiet W65 im Oktober 2025 ausgewiesen, nachdem über mehrere Jahre geplant, fachlich geprüft und die Öffentlichkeit beteiligt worden war. Damit war die Grundlage geschaffen, geeignete Standorte für Windenergie gezielt zu entwickeln.
Um den Standort geordnet und transparent zu entwickeln, starteten die Stadt Miltenberg, private Flächeneigentümer und das Regionale Energiewerk Untermain (REW) gemeinsam ein Pooling-Projekt. Die Flächen wurden gebündelt und in einem offenen Ausschreibungsverfahren Projektentwicklern angeboten. Im Frühjahr 2026 holte man Angebote ein und wertete sie aus. Mehrere Bewerbungen sind eingegangen. Nach der Prüfung der Konzepte und persönlichen Bieterpräsentationen fiel die Wahl auf ImWind.
Planungsstand
Aktuell geplant sind bis zu vier Windräder der 7-Megawatt-Klasse im Windvorranggebiet. Anzahl, genaue Standorte und technische Ausführung stehen noch nicht endgültig fest. Gutachten, naturschutzfachliche Untersuchungen, behördliche Anforderungen oder technische Rahmenbedingungen können dies noch verändern. Mit den abgeschlossenen Gestattungsverträgen beginnt die eigentliche Projektentwicklung, die mehrere Jahre dauern wird. Ob das Projekt gebaut wird, entscheiden die Behörden erst nach den erforderlichen Untersuchungen und einem umfangreichen Genehmigungsverfahren.
Der Projektentwickler
Die ImWind Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Mainz und plant, baut und betreibt Vorhaben für Erneuerbare Energien. Sie zählt zur ImWind-Gruppe, die sich seit rund 30 Jahren mit Wind- und Solarprojekten befasst und zur Wiener Stadtwerke-Gruppe gehört. Laut Stadt hat das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeitende und betreut aktuell zahlreiche Windenergieprojekte in verschiedenen Phasen.
Regionale Teilhabe
Die Wertschöpfung soll möglichst in der Region bleiben. Neben den Pachteinnahmen der Kommune sollen auch Bürgerinnen und Bürger durch finanzielle Beteiligungsangebote profitieren können. Der Betreiber soll jährlich einen Beitrag zu gemeinwohlorientierten Strukturen vor Ort leisten. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Anlage nach der Errichtung vollständig zu übernehmen. Ortsansässige Firmen sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren Leistungen an Planung, Bau und Betrieb zu beteiligen. Vorgesehen sind regelmäßige Informationsveranstaltungen und eine eigene Projektwebsite.
Was folgt als Nächstes?
Zunächst stehen umfangreiche Fachgutachten an, darunter natur- und artenschutzfachliche Erfassungen, Schall- und Schattenwurfprognosen und windfachliche Untersuchungen. Auf dieser Grundlage bereitet der Projektierer einen Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) vor und reicht ihn bei den zuständigen Behörden ein. Die Fachbehörden prüfen die Unterlagen und entscheiden über den Antrag.
Auf einen Blick
- Projektentwickler ist die ImWind Deutschland GmbH mit Sitz in Mainz
- Geplant: bis zu vier Windräder der 7-Megawatt-Klasse
- Projektwebsite: wird derzeit vom Projektentwickler vorbereitet, die Stadt Miltenberg will auf den Start hinweisen
Hintergrund
ImWind nennt auf der eigenen Website als Gründungsjahr der Unternehmensgeschichte 1995, als Johannes Trauttmansdorff den Grundstein legte. 1998 entstand nach eigenen Angaben der erste Windpark in Pottenbrunn mit 5 Anlagen zu je 500 kW. Seit November 2025 ist ImWind laut Website Teil der Wien Energie.
In Deutschland entwickelt ImWind nach eigenen Angaben seit über 20 Jahren Wind- und Photovoltaikanlagen. Die deutschen Projekte betreut ein lokales Team vom Standort Mainz aus, mit Unterstützung aus der österreichischen Zentrale.
Das Team deckt laut Unternehmenswebsite die Bereiche Umwelt- und Elektrotechnik, Ingenieurs- und Bauwesen, Landschaftsgestaltung, Biologie und Naturschutz sowie Finanzen und Recht ab. Von 2012 bis 2017 errichtete ImWind nach eigenen Angaben 100 neue Windkraftanlagen.












