Lohr am Main – Eltern von Kindergartenkindern in Lohr zahlen ab dem 1. Januar 2027 monatlich 100 Euro mehr. Das teilte die Stadt Lohr am Main nach der Stadtratssitzung vom 21. Oktober 2026 mit. Das Gremium beschloss dort die 4. Änderungssatzung zur Gebührensatzung zur Kindertagesstättenbenutzungssatzung.
Warum sich der Zahlbetrag ändert
Auslöser ist eine Änderung im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG). Zum Jahreswechsel fällt der bisherige staatliche Elternbeitragszuschuss weg, der für Kindergartenkinder 100 Euro monatlich betrug. Dieser Betrag wurde bisher direkt vom Elternbeitrag abgezogen. Künftig sollen die staatlichen Mittel stärker unmittelbar in die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen fließen.
Die Gebührentabelle der Stadt ändert sich nicht. Weil der Abzug entfällt, liegt der monatliche Zahlbetrag bei den jeweiligen Buchungszeiten aber um 100 Euro höher. Mit dem Beschluss nimmt die Stadt außerdem die Satzungsregelung heraus, die den staatlichen Zuschuss und die Kürzung der Kindergartenbeiträge betraf.
Elternanteil an der Finanzierung wächst
Auch die Verteilung der Kosten verschiebt sich. Nach den Zahlen, die die Stadt vorgestellt hat, trugen die Eltern 2026 rund 9,4 Prozent der Gesamtfinanzierung der sieben Lohrer Kindertageseinrichtungen. Für 2027 weist die dargestellte Neuverteilung rund 15,3 Prozent aus. Bei den Werten für 2027 handelt es sich um Planungswerte aus der vorgestellten Finanzierungsübersicht.
Was gleich bleibt
Unverändert bleiben die Krippengebühren und die Gebühren für Schulkinder. Ebenso bleiben die Geschwisterermäßigung für das zweite Kind sowie der Verzicht auf Beiträge ab dem dritten Kind bestehen.
Auf einen Blick
- Beschluss des Stadtrats: 21. Oktober 2026
- Inkrafttreten der Änderungssatzung: 1. Januar 2027
- Mehrbelastung für Kindergartenkinder: 100 Euro monatlich bei den jeweiligen Buchungszeiten
- Unverändert: Krippengebühren, Gebühren für Schulkinder, Geschwisterermäßigung für das zweite Kind, keine Beiträge ab dem dritten Kind
Eigene Einschätzung
Für Familien ändert sich nichts an der Tabelle, aber im Geldbeutel macht sich der Wegfall des Zuschusses sofort bemerkbar. Die Stadt erklärt das nachvollziehbar mit der Landesreform. Offen lässt die Mitteilung, ob es für Eltern mit knappem Budget einen Ausgleich geben wird. Wer einen Kindergartenplatz bezahlt, sollte den Betrag für Januar fest einplanen.













