Lappersdorf - panoramio
Symbolbild: Lappersdorf · Foto: Hans100, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Wer in Lappersdorf ein Kind in einer betroffenen Betreuungseinrichtung der Marktgemeinde hat, zahlt weiterhin die bisherigen Gebühren. Der Marktgemeinderat entschied fraktionsübergreifend, die Elternbeiträge konstant zu halten, obwohl der Elternbeitragszuschuss auf Landesebene endet. Die dafür nötigen Mittel stellt der Markt aus dem kommunalen Haushalt bereit, teilte die Marktgemeinde Lappersdorf mit.

Hintergrund: Reform des BayKiBiG

Anlass ist die Neufassung des bayerischen Gesetzes zur Kinderbildung und -betreuung (BayKiBiG), von der sämtliche Kommunen im Freistaat betroffen sind. Bisher flossen 100 Euro pro Kind und Monat direkt in die Senkung der Elternbeiträge im Kindergartenbereich. Künftig gehen diese Fördermittel in eine breitere Förderung über, von der alle Einrichtungsarten profitieren. Außerdem sollen Verwaltungsaufwand und doppelte Anträge spürbar sinken, und auch Bedingungen für staatliche Zuschüsse werden gelockert oder fallen weg. Das System der Kinderbetreuung im Freistaat soll dadurch langfristig stabiler werden.

Die Lappersdorfer Verwaltung weist darauf hin, dass die finanziellen Folgen der Reform von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen. Wegen des breiten Betreuungsangebots erwarte man in Lappersdorf keine finanziellen Nachteile. Die Reform böte sogar die Möglichkeit, das bestehende Defizit in der Kinderbetreuung zu verringern. Der Marktgemeinderat habe jedoch den klaren Auftrag erteilt, davon abzusehen. Die Verwaltung sieht in der Reform eine große Chance, die Kinderbetreuung ab Januar 2027 finanziell und organisatorisch langfristig zu stabilisieren.

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Rund eine Million Euro Defizitausgleich

Schon jetzt trägt der Markt erhebliche eigene Mittel bei: Jedes Jahr gleicht die Gemeinde das Defizit der Einrichtungen mit rund einer Million Euro aus. Der Beschluss zu den Elternbeiträgen sei eine weitere bewusste Prioritätensetzung, besonders angesichts der angespannten Haushaltslage. Erster Bürgermeister Dr. Franz Rumstadt sagte dazu: „Haushaltskonsolidierung bedeutet nicht, überall kaputt zu sparen.“ Es gehe darum, klare Prioritäten zu setzen, und Kinder und Familien stünden dabei weit oben.

Rumstadt nannte als Ziel, Lappersdorf zum Familienstandort in der Region Regensburg zu machen. Dazu gehörten gute Betreuungseinrichtungen, verlässliche Angebote und bezahlbare Elternbeiträge. Familien mit zusätzlichen Kosten zu belasten, wäre aus Sicht der Gemeinde derzeit der falsche Zeitpunkt. Der Markt nehme das Geld selbst in die Hand, nicht weil er es übrig habe, sondern wegen der Bedeutung für die Zukunft der Gemeinde.

Mit den unveränderten Beiträgen zählt Lappersdorf nach Einschätzung der Gemeinde zu den besonders günstigen Kindergartenstandorten der Region Regensburg. Zugleich investiert die Marktgemeinde nach eigenen Angaben in die bauliche und qualitative Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen. Den breiten Rückhalt im Gremium würdigte der Bürgermeister mit den Worten, Familienfreundlichkeit sei „keine Frage des Parteibuchs, sondern eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft unseres Zuhauses“. Er danke allen Kolleginnen und Kollegen im Marktgemeinderat ausdrücklich.

Eigene Einschätzung

Für Eltern ist die Zusage handfest: Die Gebühren bleiben, wie sie sind. Offen lässt die Mitteilung, wie lange der Markt diese Linie bei angespannter Haushaltslage durchhalten kann und welche Summe die Entscheidung konkret kostet. Beides wäre für eine Bewertung wichtig. Dass alle Fraktionen mitziehen, spricht immerhin für eine tragfähige Grundlage.

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