München – In Erlangen haben die Arbeiten für eine neue Schleuse am Main-Donau-Kanal begonnen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz teilte mit, dass Umweltminister Thorsten Glauber beim Spatenstich zugesagt hat, die Trinkwasserversorgung der Stadt bleibe während der Bauzeit gesichert. Die Planung des Vorhabens übernimmt im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) das Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA).
Warum ein Neubau nötig ist
Damit die Schleuse langfristig standsicher bleibt, ist laut Mitteilung ein Neubau erforderlich. Gebaut wird wie bei der alten Anlage eine Einkammerschleuse in Massivbauweise mit drei Sparbecken, allerdings mit neuester Technik. Das soll mehr Sicherheit bringen und den Wartungsaufwand senken. Errichtet wird sie auf der Ostseite des Kanals, etwa 300 Meter nördlich der bisherigen Anlage. Sobald der Neubau abgeschlossen ist, wird die vorhandene Schleuse abgebaut und verfüllt.
Schutz des Trinkwassers
Die Baustelle liegt in einem Wasserschutzgebiet. Damit Qualität und Menge der Trinkwassergewinnung für Erlangen nicht leiden, wurde ein Schutzkonzept mit mehreren Sicherungsebenen erstellt. Mehrere Wasserversorger liefern über das vorhandene Fernwassersystem zusätzliche Mengen. Auch die Trinkwassertalsperre Mauthaus trägt zur Ersatzwasserlieferung bei, die während der Bauzeit nötig ist.
Nach den Worten von Glauber gilt: „Sauberes Trinkwasser für die Menschen in Erlangen ist zu jeder Zeit gesichert.“ Die Talsperre leiste ihren Beitrag trotz ihrer laufenden Sanierung. Den Main-Donau-Kanal nannte der Minister einen bedeutenden Wasserweg durch und für Franken. Neben der Schifffahrt leite er Wasser vom wasserreicheren Süden Bayerns in den trockeneren Norden.
Die bestehende Schleuse und der Kanal
Zwischen 1967 und 1970 entstand die derzeit genutzte Schleuse. Sie gehört zu den 16 Stufenbauwerken des Main-Donau-Kanals, über die Schiffe insgesamt 243 Meter Höhe bewältigen. Der Kanal entstand zwischen 1960 und 1992 als 171 Kilometer lange Verbindung von Main und Donau und zählt heute zu Europas wichtigsten Wasserstraßen.
Eigene Einschätzung
Dass das Schutzkonzept mehrere Ebenen hat, beruhigt, denn gebaut wird mitten im Wasserschutzgebiet. Offen bleibt in der Mitteilung, wie lange die Arbeiten dauern, was sie kosten und ob die Schifffahrt eingeschränkt wird. Gerade für Anwohner und Betriebe am Kanal wären solche Angaben nützlich gewesen.













