Buettenstrasse 23 in Ansbach
Symbolbild: Ansbach · Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Ansbach – Am 25. Oktober erinnern die Bezirkskliniken Mittelfranken am Mahnmal des Bezirksklinikums Ansbach an die Menschen, die während der NS-Zeit in der früheren Heil- und Pflegeanstalt Ansbach zu Opfern wurden. Wie die Bezirkskliniken Mittelfranken mitteilten, läuft die Feier von 15.00 bis 15.30 Uhr.

In diesem Jahr gehört die Gedenkfeier zur Sonderausstellung „Ermordet in Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein – Die Opfer der „Aktion T4“ aus Bayern“, die im Markgrafenmuseum gezeigt wird.

Wer sich vorher über die Orte des Gedenkens auf dem Klinikgelände informieren möchte, kann um 14.00 Uhr an einer Führung teilnehmen. Dabei werden die Gedenkorte auf dem Klinikgelände besucht. Interessierte sind eingeladen, eine Anmeldung ist nicht nötig. Man trifft sich an der Pforte des Bezirksklinikums Ansbach.

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Anlass ist die Geschichte der Anstalt. In der Zeit der Nazi-Diktatur wurden dort Gräueltaten an psychisch kranken Menschen verübt. Rund 900 Patientinnen und Patienten wurden in den Jahren 1940 und 1941 in Tötungsanstalten gebracht, im Zuge der T4-Aktionen. Etwa ebenso viele Menschen starben in der Heil- und Pflegeanstalt selbst.

Die Bezirkskliniken Mittelfranken beschäftigen sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren mit der Rolle der früheren Anstalt beim sogenannten Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten und mit dem Gedenken an die Opfer. Das Mahnmal ist dabei der zentrale Ort des Gedenkens am Bezirksklinikum Ansbach.

Auf einen Blick

  • Gedenkfeier: 25. Oktober, von 15.00 bis 15.30 Uhr am Mahnmal des Bezirksklinikums Ansbach
  • Führung zu den Gedenkorten: 14.00 Uhr, Treffpunkt Pforte des Bezirksklinikums Ansbach
  • Anmeldung zur Führung: nicht erforderlich

Hintergrund

Nach Angaben der Bezirkskliniken Mittelfranken wurden 1940 und 1941 über 7.600 Menschen aus bayerischen Heil- und Pflegeanstalten im Rahmen der „Aktion T4“ ermordet. Die Ausstellung schildert 14 Lebensgeschichten bayerischer Opfer, die als vermeintlich lebensunwert getötet wurden. Sie läuft vom 16. September 2026 bis 1. November 2026. Die Öffnungszeiten sind Di-Fr 12-17 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr.

Auf ihrer Geschichtsseite beschreiben die Bezirkskliniken weitere Verbrechen in Ansbach. 1941 wurde dort eine Kinderfachabteilung eingerichtet. Die Hälfte der 306 Kinder starb an Unterernährung oder an Beruhigungsmitteln. Ab Ende 1942 kamen in Ansbach durch den Hungerkosterlass rund 1.200 Menschen ums Leben. Ab 1943 wurden außerdem 350 Zwangssterilisationen durchgeführt.

In der Klinikkirche wird zum Gedenken alljährlich am Buß- und Bettag ein Gottesdienst gefeiert. Für Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“ gibt es im Bezirk Mittelfranken seit 2021 eine Ansprechpartnerin, die bei Bedarf bei Recherchen hilft.

Eigene Einschätzung

Die Feier ist kurz und eine Führung geht ihr voraus, das macht den Besuch leicht. Die Mitteilung nennt die Opferzahlen nur ungefähr und sagt nichts darüber, wer die Feier gestaltet. Ein Besuch lohnt sich dennoch, gerade für Ansbacher, die diese Geschichte noch nicht kennen.

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