Aschaffenburg – Zum Dank für ihren ehrenamtlichen Einsatz sind Integrationshelfer und Sprachvermittler zu einem gemeinsamen Nachmittag in Kahl eingeladen worden, wie das Landratsamt Aschaffenburg mitteilte. Rund 20 von ihnen kamen zu einer Rundwanderung, die die Wanderfreunde Edelweiß Kahl unter dem Titel „Kahl erleben – Natur und Ort“ führten. Die meisten Ehrenamtlichen haben selbst eine Einwanderungsgeschichte, unter anderem aus Japan, Indien, Albanien, der Ukraine, Rumänien und dem Iran.
Bei Herbstwetter ging es zuerst zur Fallermühle, auch Kahler Walzenmühle genannt. Dann folgte die Gruppe der Kahl bis zu ihrer Mündung. Der tiefste Punkt Bayerns liegt dort, rund 102 Meter über dem Meeresspiegel. Durch Streuobstwiesen führte der Weg zurück Richtung Ortsmitte. Altbürgermeister Jürgen Seitz zeigte der Gruppe den Wasserturm am Villefontainer Platz. Der Turm wurde 1931 gebaut, lieferte bis 1966 Trinkwasser für Kahl und ist heute ein Industriedenkmal. Weitere Stationen waren die beiden ältesten Gebäude im Ort, der Bayerische Hof und das Gasthaus zum Schwanen, und der Gemeindebackofen „Backes“, in dem bis 1938 Brot gebacken wurde. Zum Abschluss kehrte die Gruppe im Café Karaca ein.
Für die Wanderfreunde war die Tour nach eigenen Worten ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und Gemeinschaft. Der Verein wolle Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen und ins Gespräch kommen lassen.
Unterstützung bekommen die Ehrenamtlichen von Daniela D’Cruz und Robert Walz, die im Landratsamt hauptamtlich als Integrationslotsen arbeiten. Ihre Stellen gibt es seit 2017, gefördert vom Freistaat Bayern. Sie schulen Sprachvermittler und vermitteln sie in Einsätze. Außerdem bilden sie Integrationsbegleiter fort, die etwa bei der Wohnungssuche helfen oder ehrenamtliche Deutschkurse für Geflüchtete und andere Zugewanderte leiten.
Eigene Einschätzung
Ein Dankeschön in Form einer Wanderung mit Ortsgeschichte ist eine sympathische Idee für Menschen, die anderen beim Ankommen helfen. Nebenbei lernen sich die Engagierten untereinander besser kennen. Wer sich als Sprachvermittler oder Integrationsbegleiter engagieren möchte, findet bei den Integrationslotsen im Landratsamt die richtigen Ansprechpartner.










