Pressig – Im Markt Pressig haben die Arbeiten zur Kanalsanierung begonnen, die sich über mehrere Jahre erstrecken soll. Das Projekt läuft größtenteils unter der Erde, wie die Marktgemeinde mitteilte. Den Großteil der Arbeiten übernimmt die Firma Swietelsky-Faber, die Kanäle und Schachtrahmen saniert. Der erste Bauabschnitt betrifft die Ortsteile Pressig und Welitsch und hat ein Auftragsvolumen von rund 728.000 Euro. Vergeben wurde dieser Auftrag im Juli 2026.
Swietelsky-Faber arbeitet überwiegend im Inliner-Verfahren. Dabei kommt ein harzgetränkter Schlauch in den bestehenden Kanal und wird dort ausgehärtet. So entsteht im alten Rohr eine neue, dichte Leitung. Nach Angaben der Gemeinde lassen sich dadurch umfangreiche Erdarbeiten und aufgerissene Straßenabschnitte vielfach vermeiden.
Einen Teil der Arbeiten in offener Bauweise hat bereits die Kürschner Bauservice GmbH aus Nordhalben ausgeführt. Für diese Arbeiten hatte es eine gesonderte Ausschreibung gegeben, bei der die Firma mit einem Bruttopreis von 31.579,16 Euro den Zuschlag bekam. Gearbeitet wurde etwa an Kanalstücken in der Welitscher Siedlung sowie rund um die Welitscher Straße. Außerdem bekommen zwei Schachthälse in Pressig (Mühlgasse, Kronacher Straße) Ersatz.
Zum Start machte sich Bürgermeister Stefan Heinlein vor Ort ein Bild. Mit vor Ort waren Ralph Mimler vom Ingenieurbüro RIWA, Geschäftsleiter Antonio Sauchella, Bauamtsleiter Andreas Schorn sowie Matthias Strachota, Oberbauleiter bei Swietelsky-Faber. Heinlein sagte, der Marktgemeinderat habe sich gemeinsam dieser Pflichtaufgabe angenommen und die nötigen Entscheidungen auf den Weg gebracht. Er sagte weiter: „Auch wenn solche Investitionen für die Bürgerinnen und Bürger nicht immer unmittelbar sichtbar sind, sind sie für eine funktionierende kommunale Infrastruktur unverzichtbar“.
Grundlage ist eine Bestandsaufnahme des Kanalnetzes. Es umfasst rund 53 Kilometer, die Gemeinde beziffert den Wert der Anlagen auf etwa 53 Millionen Euro. Die Untersuchungen brachten zahlreiche sanierungsbedürftige Stellen zutage. Den langfristigen Sanierungsbedarf schätzt die Gemeinde auf etwa 3,5 Millionen Euro, abgearbeitet werden soll er in Etappen über mehrere Jahre. Ein wichtiges Ziel ist, den Fremdwasseranteil zu senken: Grundwasser, das in die Kanäle gelangt, belastet das Netz und verursacht zusätzlichen Reinigungsaufwand in der Kläranlage.
Künftig will der Markt Pressig jedes Jahr einen festen Betrag im Haushalt für die bauliche Kanalsanierung einplanen. Damit will die Gemeinde weitere Schäden nach und nach beheben und einen großen Sanierungsstau möglichst gar nicht erst entstehen lassen.
Auf einen Blick
- Erster Bauabschnitt: Ortsteile Pressig und Welitsch, rund 728.000 Euro
- Auftragsvergabe: Juli 2026
- Offene Bauweise: Kürschner Bauservice GmbH, Nordhalben, 31.579,16 Euro brutto
- Schachthälse: Mühlgasse und Kronacher Straße in Pressig
Hintergrund
Nach Angaben von Wikipedia gehören Schlauchliningverfahren zu den typischen Renovierungsverfahren der Kanalsanierung. Sie kommen bei örtlich begrenzten, sich wiederholenden und bei umfangreichen Schäden zum Einsatz.
Zur offenen Bauweise heißt es dort, sie sei der konventionelle Rohrleitungstiefbau.
Eigene Einschätzung
Die Mitteilung erklärt gut, was im Boden passiert und warum es kaum sichtbar ist. Offen bleibt, ob Anwohner mit Einschränkungen rechnen müssen. Auch zu den nächsten Bauabschnitten nennt die Gemeinde noch keine Einzelheiten.













