Bayern Coburg
Symbolbild: Coburg · Foto: Calips, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
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Coburg – Der Coburger Norden hat einen neuen Naturraum: Oberbürgermeister Dominik Sauerteig hat den Park der Arten eröffnet, wie die Stadt Coburg mitteilte. Mehr als 100 Menschen waren bei der Eröffnung dabei. Der Bund hat das Projekt zum großen Teil gefördert.

Der Park umfasst 64.000 Quadratmeter. Sauerteig zählte auf, was dort jetzt zu finden ist: artenreiche Wiesen, Bäume und Gehölze, Teiche und Tümpel, Trocken- und Feuchtbiotope sowie der renaturierte Rottenbach. Wo früher ein weitgehend kanalisierter Bach verlief, kann sich die Natur wieder ausbreiten. Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Amphibien sollen hier künftig Lebensraum finden. Zugleich gebe es nun einen Ort, an dem Menschen gern verweilen.

Mit klassischen Stadtparks habe der Park wenig zu tun. „Hier entstand kein zweiter Hofgarten, kein zweiter Rosengarten“, sagte Sauerteig. Gemeint sei etwas Neues, naturnäher, wilder und vielfältiger. Außerdem sei der Park ein Lernort: Das KlimAReal des Regionalmanagements ist ein interaktiver Klimalehrpfad, der anschaulich die Themen erneuerbare Energien, Klimawandel und Klimaanpassung vermittelt.

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Für die Stadtentwicklung sieht der OB den Park als wichtigen Baustein. Rund um den Max-Böhme-Ring und auf der Bertelsdorfer Höhe seien Gewerbe- und Wohngebiete entstanden, neue Nachbarschaften wüchsen zusammen, und das neue Klinikum werde diesen Stadtteil weiter verändern. Zur Stadtentwicklung gehörten aber nicht nur Straßen und Gebäude, sondern auch Orte zum Durchatmen, an denen Kinder Natur erleben, Familien Zeit verbringen und Menschen sich treffen. Der Park sei zudem ein konkreter Beitrag, die Stadt an den Klimawandel anzupassen.

Sauerteig würdigte besonders Bernhard Ledermann, den Leiter des städtischen Grünflächenamtes. Der Park sei dessen Herzensprojekt. Über Jahre hätten die Kolleginnen und Kollegen Fachwissen, Energie, Begeisterung und persönlichen Einsatz hineingegeben.

Dank sagte der OB auch dem Bamberger Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz. Dank dessen Hilfe flossen rund 1,75 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel nach Coburg. Damit wurden 90 Prozent des Projektes finanziert. Ohne diese Förderung hätte der Park laut Sauerteig nicht entstehen können. Schwarz sprach von einem „kleinen Mosaikstein, die Schöpfung zu bewahren – bei allem Wachstum, das wir brauchen“. Er nannte den Park ein großartiges Naherholungsgebiet für die Coburger, in dem Natur erlebbar werde.

Ledermann stellte das naturnahe Konzept vor. Der Rottenbach wurde renaturiert, rund 400 Bäume wurden gepflanzt, darunter alte Obstsorten, dazu über 3000 Sträucher. Über 2000 Kubikmeter Oberboden wurden gesiebt, zudem trug man 500 Kubikmeter belasteten Boden ab. Aus dem Aushub für die Teiche, rund 5000 Kubikmeter Erde, formte man Erdpyramiden. Entstanden sei ein großer Erholungsraum, der zur klimaresilienten Stadtentwicklung beitrage und Artenvielfalt mit Ästhetik sowie Bodenschutz mit Gewässerentwicklung verbinde.

Hintergrund

Die Renaturierung des Rottenbachs bildet laut Stadt Coburg den Mittelpunkt des Parks. Auf ihrer Website zum Baubeginn beschreibt die Stadt ein durchgängiges Band aus Feucht- und Trockenbiotopen, dazu Tümpel, Gräben und Teiche. Diese Flächen helfen demnach bei der Bewältigung von Regenwasser und bieten unter anderem Insekten, Vögeln und Amphibien Lebensraum.

Warum Wasser und Grün in der Stadt auch dem Klima nutzen, erklärt das Umweltbundesamt. Städte mit dichter Bebauung, wenig Grün und geringem Luftaustausch erwärmen sich demnach deutlich. Die Verdunstung von Wasser aus Fließgewässern und ihrer Vegetation senke an heißen Sommertagen die Umgebungstemperatur in überwärmten Siedlungsbereichen. Bäume am Ufer beschatten den Boden und kühlen so zusätzlich.

Naturnahe Bäche und ihre Uferstreifen mit Gehölzen filtern laut Umweltbundesamt außerdem die Luft und verringern gesundheitsschädliche Feinstäube. Natürliche Überschwemmungsgebiete in Flussauen tragen nach Angaben der Behörde zudem dazu bei, das Hochwasserrisiko zu mindern.

Eigene Einschätzung

Der Park zeigt, wie sich Naturschutz, Regenwasser und Erholung auf einer Fläche verbinden lassen. Dass der Bund den Großteil bezahlt hat, macht deutlich, wie stark solche Projekte von Fördergeld abhängen. Offen bleibt, wie sich der Park im Alltag bewährt und was Pflege und Unterhalt kosten. Dazu schweigt die Mitteilung.

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