München – In Treuchtlingen ist die neue Psychosomatische Fachklinik Altmühltal eingeweiht worden. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach nahm den Termin am Donnerstag (29. Oktober) zum Anlass, auf die Investitionen des Freistaats in die wohnortnahe medizinische Versorgung hinzuweisen, wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitteilte. Der Freistaat habe den Neubau mit insgesamt über 40 Millionen Euro unterstützt.
Die Klinik steht auf dem Gelände des ehemaligen Stadtkrankenhauses Treuchtlingen. Mit dem Abriss der alten Strukturen startete im Januar 2022 der Bau. Die neue Einrichtung bietet 140 Planbetten für die psychosomatische Behandlung. Laut Gerlach verbessert sie die stationäre Versorgung in Psychosomatik und Psychotherapie für die Menschen vor Ort. Treuchtlingen werde durch die fachliche Ausrichtung zu einem Schwerpunktzentrum für psychosomatische Medizin, und das helfe auch der überregionalen Versorgung. Außerdem entstünden moderne Arbeitsbedingungen für das Fachpersonal.
Die Ministerin sagte, im Laufe eines Jahres leide etwa jeder vierte Erwachsene an einer psychischen Störung, die Belastungen seien in den vergangenen Jahren gestiegen. Das Thema sei im Masterplan Prävention verankert, und der Freistaat finanziere unter anderem die Krisendienste in Bayern. Diese böten niedrigschwellige Hilfe in persönlichen Krisen. Stationäre Strukturen blieben aber unverzichtbar, deshalb wolle man weiter in die Kliniken investieren.
Gerlach nannte außerdem Zahlen zur Krankenhausförderung: In den zehn Jahren von 2016 bis 2025 habe der Freistaat gemeinsam mit den Kommunen etwa sechs Milliarden Euro in die bayerischen Kliniken investiert. Das seien im bundesweiten Vergleich Spitzenwerte. Ein Sonderförderprogramm unterstütze vor allem kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum. Der Förderetat sei stetig erhöht worden, auf jetzt 900 Millionen Euro für 2026. Gerlach sagte: „Bayern bleibt ein aktiver und verlässlicher Partner der Kliniken!“
Auf einen Blick
- Einweihung: Donnerstag, 29. Oktober, in Treuchtlingen
- Kapazität: 140 Planbetten für die psychosomatische Behandlung
- Baubeginn: Januar 2022
- Förderung des Neubaus: über 40 Millionen Euro
Hintergrund
Wer sich in einer psychischen Krise befindet, erreicht die Krisendienste Bayern unter der einheitlichen und kostenlosen Rufnummer 0800 655 3000. Laut Gesundheitsministerium sind sie rund um die Uhr erreichbar, das ganze Jahr über, und bieten Krisenhilfe in über 120 Sprachen. Angehörige können sich ebenfalls dorthin wenden.
Weitere Anlaufstellen nennt das Ministerium auf seiner Website: die TelefonSeelsorge unter 0800 1110111 und 0800 1110222 sowie den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Kinder und Jugendliche erreichen das Kinder- und Jugendtelefon unter 0800 116111, Eltern das Elterntelefon unter 0800 1110550. Bei der Suche nach Psychotherapeuten unterstützt die Bayerische Psychotherapeutenkammer, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns hilft bei der Suche nach Haus- und Fachärzten und Psychotherapeuten.
Zur Förderung teilt das Ministerium mit, dass Krankenhäuser mit Aufnahme in den bayerischen Krankenhausplan Anspruch auf staatliche Finanzierung ihrer notwendigen Investitionen haben. Das gelte unabhängig davon, ob der Träger öffentlich, freigemeinnützig oder privat ist. Gefördert wird ausschließlich die akutstationäre Versorgung. Rehabilitationseinrichtungen und ambulante Leistungen deckt sie nicht ab.
Der Freistaat fördert Investitionen über das Jahreskrankenhausbauprogramm. In der Übersicht des Ministeriums steht die Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Treuchtlingen als Neubau im Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 mit 40,06.
Eigene Einschätzung
Für Patienten zählt vor allem, dass es in Treuchtlingen nun stationäre Plätze für psychosomatische Behandlung gibt. Die Mitteilung nennt dagegen nicht, wie lange die Wartezeiten sind oder wie man einen Platz bekommt. Wer in akuter Not ist, sollte nicht auf einen Klinikplatz warten, sondern die genannten Krisenrufnummern nutzen.













