Kulmbach – Stadträte und Oberbürgermeister in Kulmbach haben im Rathaus gelernt und geübt, wie man einen Menschen wiederbelebt. Anlass war die „Woche der Wiederbelebung“, zu der in ganz Deutschland Info-Veranstaltungen stattfanden. Das Klinikum Kulmbach nutzte die Gelegenheit, um die sogenannte Laien-Reanimation in den Mittelpunkt zu rücken, wie es mitteilte.
Die Idee für das ungewöhnliche Format stammt von Dr. Achim Ehrt, dem Leitenden Arzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, und seinem Team. Anstatt Vorträge im Klinikum zu halten, bot das Team diesmal eine kurze Auffrischung direkt im Rathaus an. Überparteilich kamen zahlreiche Stadträte in ihrer Freizeit zusammen, um teilzunehmen.
Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack begründete das Engagement so: „Als Mandatsträger erfüllen wir ja eine Vorbildfunktion.“
Zahlen zum Thema
Nach Berechnungen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin mussten im vergangenen Jahr täglich rund 370 Mal Menschen wiederbelebt werden, die außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatten. Statistisch gesehen kann es damit jeden treffen, als Betroffenen oder als Ersthelfer.
Dr. Ehrt wies am Ende seines Vortrags auf eine positive Entwicklung hin: „Waren es vor 16 Jahren nur 14 Prozent, sind es heute bereits 55 Prozent.“ Gemeint ist die Quote der Reanimation durch Ersthelfer, die sich nach seinen Worten deutlich steigern ließ.
Üben an der Puppe
Nach dem Vortrag und ein paar Tipps der Spezialisten probierten die Stadträte und der Oberbürgermeister die Herzdruckmassage selbst an speziellen Übungspuppen aus. Die Mediziner überwachten die Ausführung und die Effizienz und werteten beides aus. Ehrt lobte: „Unsere Mandatsträger haben alle mit gutem Tempo und der richtigen Kraft gedrückt.“
Das Klinikum Kulmbach mit der Fachklinik Stadtsteinach und die Stadt Kulmbach bedanken sich gemeinsam bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren Einsatz.
Eigene Einschätzung
Dass sich Kommunalpolitiker in der Freizeit an die Übungspuppe knien, ist ein greifbares Signal, weil es die Hemmschwelle senkt, im Ernstfall selbst anzupacken. Offen lässt die Mitteilung, ob es weitere Kurse für Bürger gibt. Wer sich unsicher fühlt, sollte nach solchen Angeboten fragen.













