Speichersdorf – In Göppmannsbühl am Berg ist ein neuer Dorfplatz eröffnet worden. Der Platz „Zur alten Schmiede“ wurde Ende Oktober mit Bürgern, Behörden- und Gemeindevertretern eingeweiht. Die Maßnahme kostete die Gemeinde 170.000 Euro. Das Amt für Ländliche Entwicklung förderte sie mit Mitteln von Freistaat und EU in Höhe von 82.629 Euro.
Vom leerstehenden Anwesen zum Treffpunkt
Im Spätherbst 2021 kaufte die Gemeinde das unbewohnte Anwesen Am Berg 25. Nach dem Abbruch des Gebäudes sollte auf dem kleinen Grundstück ein Dorfplatz mit Ruhebereich entstehen. Damit wollte der Gemeinderat den Ortskern aufwerten und einen Treffpunkt für Bürger und Gäste jeden Alters schaffen. Der Name geht auf die alte Schmiede des Ortes zurück, die bis heute gegenüber steht.
Zugleich sollte sich die Verkehrslage rund um das Grundstück und das dahinter liegende Schloss verbessern. Die engen Zuwegungen hatten bislang für Winterdienst und Müllfahrzeuge erhebliche Probleme bereitet. Die Planung dauerte dreieinhalb Jahre und schloss eine Bürgerbeteiligung ein. Erst nach mehreren Anträgen kam der Zuwendungsbescheid, im Frühjahr 2026 begann der Bau. Vor Baubeginn gab es eine Anliegerbesprechung, bei der Details und Bauablauf mit den Bürgern geklärt wurden.
Ausstattung des Platzes
Eine Mauer aus Fertigbetonteilen stützt das Gefälle des Geländes ab, dadurch ist die obere Ortsstraße breiter geworden. Auf dem gepflasterten Platz laden Steinblöcke unter einer Pergola zum Sitzen ein. Wein soll die Pergola später noch überranken. Große, mit Holz beplankte Steinquader dienen ebenfalls als Sitzgelegenheit. Es gibt einen Stromanschluss für Veranstaltungen. Neu ist außerdem der erste öffentliche Trinkwasserbrunnen, an dem sich Besucher kostenlos bedienen können. Per Lichtschranke arbeitet er ganz von selbst. Ringsum wurden 250 Blumen und Kleingehölze gepflanzt.
Stimmen bei der Einweihung
Zu den Gästen, die Bürgermeister Christian Porsch willkommen hieß, zählten unter anderem Pfarrer Reinhard Forster, Landschaftsarchitektin Kathrin Nißlein, Joachim Block vom Amt für Ländliche Entwicklung, der Gemeinderat sowie Vertreter der ausführenden Firma Bierschenk. Porsch sagte, man habe das Ziel erreicht, einen Rastplatz für Wanderer und Radfahrer mit Ziel Tauritzmühle sowie einen Ort der Begegnung zu schaffen. Mit einer Hinweistafel habe die Gemeinde zudem die Chance genutzt, auf die Geschichte des Ortes und des Schlosses hinzuweisen. Als nächstes Förderprojekt steht laut Porsch der Bau der Zufahrt zur Tauritzmühle samt Brücke an.
Die Planerin erinnerte an Probleme bei der Hangstabilisierung, für die ein Keller verfüllt werden musste. Sie lobte die Zusammenarbeit mit Kommune und Baufirma sowie das Verständnis der Anlieger. An die Bürger gerichtet äußerte sie den Wunsch: „Trefft Euch, plaudert, trinkt hier miteinander ein Feierabendbier, verbringt hier Zeit und zeigt dörfliches Miteinander in der Weinlaube.“
Block gratulierte Gemeinde und Bürgern zum Mut, das lange Planungs- und Förderverfahren auf sich genommen zu haben. Er rief dazu auf, weiterhin die guten Fördermöglichkeiten des ALE und der EU-Programme zu nutzen.
Pfarrer Forster segnete den Platz. Danach blieben die Teilnehmer bei Kaffee, Kuchen und Getränken zusammen, die der Obst- und Gartenbauverein ausgab.
Eigene Einschätzung
Der Platz schafft einen Treffpunkt und entschärft zugleich enge Zufahrten. Das ist bei knappem Platz im Dorfkern klug gedacht. Der Trinkwasserbrunnen dürfte für Wanderer und Radfahrer praktisch sein. Offen bleibt, wie der Platz im Alltag angenommen wird und ob die Pergola bald grün wird.













