Pressig – Der Markt Pressig baut die zerstörte Forstbrücke am Auweg in Posseck neu und bekommt dafür 326.000 Euro Förderung. Das teilte der Markt Pressig mit. Die Brücke ist die Zufahrt zu rund 1.250 Hektar Wald im oberen Frankenwald. Im Anschluss an den Spatenstich gab es eine Brotzeit mit Leberkäse und Getränken, danach ging es für alle zurück an die Arbeit.
Kosten und Eigenanteil
Brücke und Wegebau kosten zusammen rund 430.000 Euro. Auch der Wegebau, für den etwa 60.000 Euro veranschlagt sind, wird bezuschusst. Rund 50.000 Euro muss der Markt Pressig selbst tragen.
Warum die Brücke neu gebaut wird
Die alte Brücke ist nach Angaben des Markts komplett zerstört. Heute wird das Holz mit modernen Fahrzeugen über die Straße abtransportiert, und dafür braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur. Mit dem Neubau soll die Bewirtschaftung der rund 1.250 Hektar Wald wieder zuverlässig möglich werden.
Der Standort ist anspruchsvoll. Das Bauwerk liegt im Talgrund, die Zufahrt ist begrenzt, und es müssen der Wasserabfluss und die Durchgängigkeit des Gewässers beachtet werden. Hinzu kommen historische Floßbachmauern. In früheren Zeiten wurde Holz im sogenannten Schwallbetrieb über den Floßteich befördert, und zwar auf dem künstlich angelegten Floßbach Teuschnitz. Die erhaltenen Mauern erinnern daran. Beim Bauen will man sie möglichst schonen.
Die Brücke soll nicht nur der Forstwirtschaft dienen. Spaziergänger und Wanderer profitieren laut Mitteilung ebenfalls von gut erreichbaren Waldgebieten.
Jahrelange Vorarbeit
Der Markt Pressig sieht die Förderung als Ergebnis langer Bemühungen. Bürgermeister Stefan Heinlein organisierte gemeinsam mit Frank Jakob, Bürgermeister der Stadt Teuschnitz, Gespräche zur Zukunft der Walderschließung im oberen Frankenwald, und zwar am 3. Dezember 2020 sowie am 5. Juli 2021. Mit am Tisch saßen Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, des AELF, der örtlichen Jagdgenossenschaften sowie der Waldbesitzervereinigung Kronach-Rothenkirchen.
Dabei wurde deutlich, dass Waldschäden und umfangreicher Holzeinschlag große Kahlflächen hinterlassen und die Infrastruktur stark beansprucht hatten. Schäden an Forstwegen und Brücken kamen hinzu, außerdem galt es, die Anlagen an veränderte Anforderungen anzupassen. Gefordert wurden unter anderem mehr personelle Unterstützung und eine stärkere finanzielle Förderung.
Auch der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner wurde um Hilfe gebeten. Ihm wurde ein ausführliches Schreiben samt etwa 30 Seiten Dokumentation und vielen Fotos zugeschickt. Damit sollten bessere Fördermöglichkeiten für Kommunen und Waldbesitzer erreicht werden.
Förderrichtlinie FORSTWEGR 2025
Grundlage ist die Richtlinie „FORSTWEGR 2025 – Förderung von Walderschließungsmaßnahmen im Privat- und Körperschaftswald“. Sie unterstützt Maßnahmen für eine nachhaltige Bewirtschaftung und die dafür nötige Infrastruktur. Im oberen Frankenwald fällt vor allem der geografische Zuschlag ins Gewicht. Die Förderung kann die finanzielle Belastung für Kommunen und Waldbesitzer verringern.
Nach den Worten von Bürgermeister Stefan Heinlein ist Gute Walderschließung keine Luxusmaßnahme, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, unsere Wälder nachhaltig bewirtschaften und erhalten zu können“.
Beteiligte
Bauherr ist der Markt Pressig. Beim Büro HTS Kronach mit Udo Madwitz liegen die Planung, die Projektabwicklung und die Bauüberwachung. Die Firma Raab Bau aus Ebensfeld führt die Arbeiten aus, vertreten durch Herrn Regel und Herrn Hofmann. Bauamtsleiter Andreas Schorn begleitete das Vorhaben für den Markt.
Dank richtete der Markt an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach und das Forstrevier Wilhelmsthal, namentlich an Revierförster Armin Hanke, Wegebau-Berater Noah Argauer und Abteilungsleiter Andreas Sommerer. Ebenso dankte er der Jagdgenossenschaft Posseck, die wichtige Vorarbeiten geleistet hat, mit Vorsitzendem Bernd Pfadenhauer und seinem Team.
Eigene Einschätzung
Für den Markt ist der niedrige Eigenanteil ein klarer Gewinn, und die Brücke dient nach der Mitteilung der Forstwirtschaft wie auch Spaziergängern. Offen bleibt, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein sollen und ob die Brücke während des Baus gesperrt ist. Auch zur Höhe der Förderung für den Wegebau nennt die Mitteilung keine Zahl. Wer dort wandert, sollte auf Hinweise vor Ort achten.













