Neustadt an der Aisch, Marktplatz 6
Symbolbild: Neustadt an der Aisch · Foto: Tilman2007, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Neustadt an der Aisch – Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim hat bei der Deponie-Kerwa auf der Energie- und Verwertungsanlage (EVA) in Dettendorf über die laufenden Projekte informiert. Rund 80 Interessierte kamen am Freitag, 30. Oktober, zu einem Rundgang. Eingeladen hatten Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Abteilungsleiter Robert Linke und Gerhard Droßel, Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft, wie das Landratsamt mitteilte.

Von einem „besonderen Jahr“ war sowohl beim Landrat als auch beim Sachgebietsleiter die Rede. Auf der Anlage laufen mehrere Arbeiten, mit denen die Endabdichtung und die Renaturierung der ehemaligen Hausmülldeponie vorankommen sollen. Projektleiter Thomas Grewe, zuständig für die Baumaßnahmen, rechnet damit, dass die Oberflächenabdichtung und die neue Werkstatt im Sommer 2027 fertig werden. Eine Zweckvereinbarung mit dem Müllheizkraftwerk Würzburg von 2004 hat die Rolle der EVA verändert: Beim Restmüll und teilweise beim Sperrmüll ist sie keine Deponie mehr, sondern ein Umschlagplatz für Abfälle und Wertstoffe.

Der Landrat sagte, der Landkreis nähere sich mit großen Schritten dem Ende eines Zyklus, der die Abfallwirtschaft gut auf die nächsten 15 bis 20 Jahre vorbereite.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Zu den Ereignissen des Jahres gehört der Brand Anfang August. Müll, der in einer Halle gelagert war, geriet in Brand. Sieben alarmierte Feuerwehren und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung bekamen das Feuer vergleichsweise rasch unter Kontrolle. Trotzdem beläuft sich der Schaden auf etwa 250.000 Euro. Der Landrat dankte den Einsatzkräften persönlich.

Als Reaktion trafen sich im September Ortsfeuerwehren und Kreisbrandrat an einem Runden Tisch. Außerdem installierte der Landkreis Thermalkameras, reinigte die Löschwasserteiche und verbesserte das Frühwarnsystem. Batterien und Akkus von Elektrogeräten wie E-Zigaretten sollten die Bürger strikt getrennt von anderen brennbaren Materialien halten, so der Appell des Landrats. Nur so lassen sich solche Brände verhindern.

Bald beginnt im Wertstoffzentrum ein Testlauf, bei dem die Ausfahrtsschranke offen bleibt. Als Technischer Leiter und Betriebsleiter der EVA nannte Andreas Horneber das Ziel: „Unser Ziel ist es, die Durchlaufzeiten für einen besseren Bürgerservice zu verkürzen.“ Bezahlt wird künftig direkt bei der Einfahrt, Zaun und Kassenautomat fallen weg. Horneber bat in der Test- und Pilotierungsphase um Verständnis und hofft, dass viele mit Karte bezahlen.

Auf einen Blick

  • Rundgang auf der EVA Dettendorf: Freitag, 30. Oktober
  • Fertigstellung Oberflächenabdichtung und Werkstatt-Neubau: Sommer 2027
  • Wertstoffzentrum: Testphase mit offener Ausfahrtsschranke, Bezahlung bei der Einfahrt

Hintergrund

Auf der Website des Landkreises ist die Anlage unter der Anschrift Deponiestraße 1 in 91456 Diespeck geführt. Dort werden das Wertstoffzentrum mit Kleinanlieferbereich, das Gewerbewertstoffzentrum mit Problemmüllannahme sowie Müll- und Papierumladestation, eine Biogasanlage mit Grüngutkompostierung und das Bauschuttrecycling aufgeführt. Hinzu kommen die Altdeponie DK1 und die neue Deponie DK0.

Eigene Einschätzung

Die Umstellung auf Bezahlung bei der Einfahrt dürfte im Alltag für viele Besucher die spürbarste Neuerung sein. Offen lässt die Mitteilung, was Kunden ohne Karte tun sollen und wann die Testphase genau beginnt. Beim Brandschutz setzt der Landkreis auf Technik, braucht aber auch die Mithilfe der Bürger beim Trennen von Akkus.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen