Forchheim Hauptstraße
Symbolbild: Forchheim · Foto: User: Benreis auf wikivoyage shared, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)
Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Forchheim – Im unteren Wiesenttal haben die Arbeiten an alten Stauanlagen begonnen: Das Gosberger und das Reuther Wehr werden saniert. Das teilte das Landratsamt Forchheim mit. Beide Bauwerke sind demnach rund 100 Jahre alt und gehören zur Bewässerungsinfrastruktur, die Wiesen zwischen Forchheim und Gosberg mit Wasser versorgt. Mit dem Spatenstich fiel der Startschuss für das Projekt, das den langfristigen Erhalt der traditionellen Wiesenbewässerung unterstützen soll.

Kosten und Geldgeber

Die Sanierung kostet insgesamt rund 263.000 Euro. Bezahlt wird sie mit Fördergeld aus dem Klimaschutzfonds der Europäischen Metropolregion Nürnberg und von der Oberfrankenstiftung. Außerdem beteiligen sich der Landkreis, die Stadt Forchheim und die Gemeinde Pinzberg finanziell.

Was an den Wehren gemacht wird

Inzwischen weisen die Wehre am Trubbach und am Schwedengraben deutliche Verschleißerscheinungen auf. Besonders bei den hölzernen Wehrtafeln hat die Witterung teils erhebliche Spuren hinterlassen. Die handbetriebenen Getriebe, mit denen die Schütze gehoben und gesenkt werden, müssen umfassend überarbeitet werden. Zusätzlich wird der Gehölzbewuchs an den Wehrwangen beseitigt. Geländer, Laufstege und Leitern, die für die Sicherheit wichtig sind, werden erneuert.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen

Die Anlagen sollen so für die kommenden Jahrzehnte funktionsfähig bleiben. Das sei zugleich eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die traditionelle Wiesenbewässerung fortbestehen kann.

Warum die Wiesenbewässerung geschützt werden soll

Die traditionelle Wiesenbewässerung gilt als Grünlandbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten betrieben wird, die Natur schont und keine Energie braucht. Die UNESCO nahm die „Traditionelle Bewässerung“ im Dezember 2023 in ihre Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

Laut Mitteilung erfüllt sie auch ökologische Aufgaben: Sie hilft, das Grundwasser anzureichern und Wasser in der Landschaft zu halten, kann Abflussspitzen dämpfen und kühlt die Umgebung durch Verdunstung. Außerdem unterstütze sie Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und helfe, die historische Kulturlandschaft im Wiesenttal zu bewahren.

Nach Darstellung des Landratsamts trägt die Instandsetzung der beiden Großwehre zum Klimaschutz, zur Klimaanpassung und zur Bewahrung des regionalen Kulturerbes bei. Die Grundlage dafür schaffe die Zusammenarbeit von Geldgebern, Kommunen, Landkreis und den örtlichen Wässergenossenschaften.

Eigene Einschätzung

Dass mehrere Geldgeber das Projekt gemeinsam tragen, zeigt, wie viele Seiten an den Wiesen hängen. Offen lässt die Mitteilung, wann die Arbeiten enden und ob die Wehre währenddessen ausfallen. Wer an den Wiesen wirtschaftet, dürfte genau das wissen wollen.

Anzeige: Hier könnte Ihre Anzeige stehen