Erlenbach am Main – Die Stadt Erlenbach am Main ruft ihre Bürgerinnen und Bürger dazu auf, im Rathaus ihre Gedanken zur Inklusion auf Papiersocken zu schreiben. Die Aktion läuft vom 26. Oktober bis 26. November am Servicepoint. Das teilte die Stadt Erlenbach am Main mit.
Anlass ist das 10-jährige Bestehen des Fachbereichs „AB jetzt inklusiv“ der Lebenshilfe Schmerlenbach, den die Stadt unterstützt. Nach Auffassung der Stadt gehört zur Inklusion, dass jeder selbstverständlich Teil der Gesellschaft ist und dort seinen Platz finden kann.
Die Mitarbeitenden des Fachbereichs begleiten seit zehn Jahren Menschen mit Behinderung beim Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Bislang wurden mehr als 100 Menschen in inklusive Arbeitsplätze vermittelt und dort betreut. Diese Stellen gibt es etwa in Seniorenheimen, Getränkemärkten, Logistikunternehmen, Kindertagesstätten und Industriebetrieben. Wie die Stadt mitteilt, bekommen die Beschäftigten eine Tätigkeit, die zu ihren Fähigkeiten und Interessen passt, und die Betriebe erhalten ihrerseits Unterstützung.
Die Stadt möchte dieses Engagement sichtbar machen und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Auf den Socken sollen die Teilnehmenden beantworten, was sie sich für ein inklusives Miteinander in der Stadt wünschen, wo sie gelebte Inklusion bereits erleben und was gemeinsam besser werden kann. Als Dankeschön gibt es Infomaterial zum Thema und eine kleine Aufmerksamkeit.
Auf einen Blick
- Zeitraum: 26. Oktober bis 26. November
- Ort: Rathaus, Servicepoint
- Mitmachen: Gedanken, Wünsche oder Ideen zur Inklusion auf „Socken aus Papier“ schreiben
- Dankeschön: Infomaterial zur Inklusion und eine kleine Aufmerksamkeit
Hintergrund
Auf der Website des bayerischen Sozialministeriums heißt es, dass Inklusionsbetriebe Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sind, die mindestens 30 Prozent Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen. Die Beschäftigten arbeiten dort in regulären Teams mit tariflicher Entlohnung.
Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind ein anderes Angebot. Wer derzeit oder auf Dauer keine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kann, findet dort eine berufliche Beschäftigung und wird dabei von Fachkräften unterstützt. Nach Darstellung des Ministeriums geht es um Teilhabe am Arbeitsleben, entweder in einem geschützten Umfeld oder als Zwischenschritt hin zu einer regulären Stelle.
Auch für Arbeitgeber gibt es Hilfe. Nach Angaben des Ministeriums stehen die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber jenen Betrieben beratend zur Seite, die Personen mit Behinderung in Ausbildung oder Arbeit bringen möchten. Die Beratung ist kostenlos, persönlich und unabhängig. Nach Angaben des Inklusionsamts beim ZBFS kann es finanzielle Zuschüsse gewähren, wenn bei der Beschäftigung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen außergewöhnliche Kosten entstehen, zum Beispiel dann, wenn ein schwerbehinderter Mensch am Arbeitsplatz auf Dauer die Unterstützung einer Hilfskraft braucht.
Eigene Einschätzung
Die Papiersocken sind eine niedrigschwellige Idee, weil jeder im Vorbeigehen am Servicepoint mitmachen kann. Offen bleibt, was mit den gesammelten Gedanken geschieht und ob daraus konkrete Schritte in der Stadt folgen. Das wäre die eigentliche Probe für die Aktion.













