München – Das Bayerische Landesamt für Pflege (LfP) in Amberg hat eine neue Leiterin: Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach führte Simone Stelzl am Montag offiziell in das Amt ein, teilte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mit. Hintergrund des Wechsels ist, dass der bisherige Präsident Bernhard Scheibl bald in den Ruhestand geht. Ihm dankte die Ministerin für seine Arbeit in den vergangenen zwei Jahren.
Stelzl stammt aus der Oberpfalz, genauer aus dem Landkreis Cham. Zuvor arbeitete die Juristin unter anderem bei der Regierung der Oberpfalz. Dort übernahm sie 2015 Leitung und Aufbau der damals neu geschaffenen Zentralen Ausländerbehörde Oberpfalz. Zuletzt führte sie das Sachgebiet „Soziales und Jugend“. Dabei hatte sie mit verschiedenen Förderverfahren zu tun und übte die Fachaufsicht über die Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) aus. Nach Angaben des Ministeriums kennt sie damit schon viele Aufgaben des LfP.
Gerlach sagte, mit Stelzl gewinne man „eine erfahrene Führungspersönlichkeit für das Landesamt für Pflege“. Stelzl nannte Pflege „eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft“. Sie wolle gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die anstehenden Aufgaben angehen.
Die Ministerin hob das breite Aufgabenspektrum des Landesamts hervor. Es sei unter anderem bei der Bayerischen Demenzstrategie, beim Pflege-SOS Bayern, beim Landeskompetenzzentrum PFLEGE-DIGITAL Bayern, bei der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation mit der Initiative Klartext Pflegedokumentation (IKP) und in der Hospiz- und Palliativversorgung aktiv.
Eine zentrale Rolle hat das LfP laut Gerlach bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Seit Juli 2023 bearbeitet das Amt die Verfahren für ausländische Pflegefachkräfte zentral, digitalisiert und beschleunigt über die „Fast Lane“. Im Jahr 2025 kamen die Pflegefachhelfer und die weiteren Gesundheitsfachberufe hinzu. Gerlach sagte, Bayern gehe damit „als Vorbild für ganz Deutschland“ voran. Sie nannte außerdem Förderprogramme wie „PflegesoNah“ und den Hebammenbonus. Sie sei überzeugt, dass die Förder- und Anerkennungsverfahren am LfP künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Knapp 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten am LfP, das dem Ministerium nachgeordnet ist. Gegründet wurde es 2018. Bayern war damit das erste Bundesland mit einem eigenen Landesamt für die Belange der Pflege.
Auf einen Blick
- Sitz des Landesamts für Pflege: Amberg
- Weitere Informationen: https://www.lfp.bayern.de/
Hintergrund
Pflegebedürftige und Angehörige können sich bei Beschwerden an Pflege-SOS Bayern wenden. Das ist laut Landesamt eine zentrale und unabhängige Anlaufstelle für Pflegebeschwerden in Bayern. Das Angebot ist kostenlos, jede Anfrage wird vertraulich behandelt, auch anonyme Kontakte sind möglich.
Eine Beschwerde lässt sich telefonisch, über das Kontaktformular oder per E-Mail an pflege-sos@lfp.bayern.de einreichen. Bei E-Mail oder Brief braucht das Team ein Einverständnis zum Datenschutz. Bei gravierenden Beschwerden, etwa Gewaltvorfällen, muss das Team sie laut Landesamt auch ohne dieses Einverständnis rasch und ohne Namen an die zuständigen Aufsichtsbehörden geben. Bei Fragen zum Landespflegegeld kann die Anlaufstelle dagegen keine Auskunft geben.
Die Initiative Klartext Pflegedokumentation soll Einrichtungen helfen, Klarheit über eine fachlich angemessene Pflegedokumentation zu bekommen. Fragen zum Thema können Einrichtungen an die IKP richten. Zusammengeschlossen haben sich dafür laut Landesamt Ende November 2023 das Staatsministerium, der Medizinische Dienst Bayern, Vertreterinnen und Vertreter der FQA sowie das Landesamt für Pflege.
Eigene Einschätzung
Für Pflegebedürftige und Angehörige ist der Personalwechsel vor allem dann relevant, wenn die Anlaufstellen des Amts weiter gut erreichbar bleiben. Die Mitteilung sagt wenig dazu, welche Schwerpunkte Stelzl setzen will. Ihre Erfahrung mit Förder- und Aufsichtsthemen passt zu den Aufgaben, konkrete Pläne wären aber aufschlussreicher gewesen.













