München – Beim Blaulichtempfang „Sicheres Bayern“ im Fürstenfeldbrucker Churfürstensaal hat Innenminister Joachim Herrmann Einsatzkräften gedankt und 17 Arbeitgeber aus ganz Bayern geehrt. Das teilte das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration mit. Die Betriebe erhielten die Auszeichnung „Ehrenamtsfreundlicher Betrieb – Gemeinsam für mehr Sicherheit“. Eingeladen waren Vertreter von Blaulicht-, Rettungs- und Hilfsorganisationen.
Herrmann sagte, Bayern nehme bei der Sicherheit im bundesweiten Vergleich seit Jahren den Spitzenplatz ein. Das sei ein Verdienst der Bayerischen Polizei und der Bayerischen Sicherheitswacht, die mehr als 1.400 Mitglieder in über 260 Städten habe. Die Sicherheit beruhe aber nicht allein auf der Polizei. Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsorganisationen, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Bundespolizei, Katastrophenschutzbehörden und Kommunen spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle. Herrmann: „Sie alle bilden gemeinsam ein starkes Netzwerk, das eng und vertrauensvoll zusammenarbeitet.“
Der Minister erklärte, die Staatsregierung setze sich für bestmögliche Rahmenbedingungen im sicherheitsrelevanten Ehrenamt ein. Zivilschutz und Bevölkerungsschutz würden weit überwiegend von ehrenamtlichen Strukturen getragen. Deshalb unternehme der Freistaat große Anstrengungen, Ausbildung und Ausrüstung weiter zu verbessern. Allein im letzten Jahr seien rund 45 Millionen Euro Fördergelder an die Gemeinden ausbezahlt worden, für Feuerwehrfahrzeuge und den Bau von Feuerwehrhäusern. Auch in den Katastrophenschutz investiere der Freistaat seit Jahren kräftig, so Herrmann: Der Doppelhaushalt 2026/2027 sehe erneut mehr als 90 Millionen Euro vor.
Eine funktionierende Gefahrenabwehr brauche neben den Ehrenamtlichen auch das Engagement der Arbeitgeber. Diese ermöglichten durch flexible Arbeitszeiten oder gezielte Freistellungen, dass sich Beschäftigte ehrenamtlich einbringen können. Dafür danke die Staatsregierung mit der Auszeichnung.
Ausgezeichnet wurden diese 17 Unternehmen:
- Rosenheim: Decker Haus- und Gartenservice
- Scherdel-Wiesauplast Deutschland GmbH & Co. KG, Wiesau
- Allgemeinmedizinische Gemeinschaftspraxis Dr. Dr. Hannelore Lippiotta, Dr. Frank Schröder und Meri Javonoska-Betzl aus Eschenbach
- Pegnitz: Groeneveld-Beka GmbH
- Nürnberg: Head-on Solutions GmbH
- Eltmann: Hümmer Metallbau Eltmann GmbH
- Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien, Nürnberg
- Geiselwind: KS Metall Solutions GmbH
- Michael Unsin GmbH, Erdweg
- Rupert Zach GmbH, Schneizlreuth
- s. Oliver Group, Rottendorf
- Se-Bau Landschaftsbau GmbH, Karlsfeld
- Taglieber Holzbau GmbH, Oettingen
- WAREMA Renkhoff SE, Marktheidenfeld
- Wolfgang Huber GmbH, Kelheim
- Zimmerei Hölzle GmbH, Erkheim
- Zimmerei Merkle GmbH, Weißenhorn
Hintergrund
Wer sich bei der Feuerwehr engagieren will, hat dafür laut Innenministerium klare Voraussetzungen. Wer im Gemeindegebiet lebt oder beschäftigt ist und zwischen 18 und 67 Jahre zählt, darf der Freiwilligen Feuerwehr beitreten. Schon mit 12 Jahren dürfen Jugendliche bei der Feuerwehr als Anwärter einsteigen. Informationen zur Ausbildung erhalten Interessierte bei ihrer zuständigen Gemeinde.
Das Ministerium nennt auf seiner Website rund 326.000 aktive Feuerwehrleute in Bayern, davon rund 320.000 ehrenamtlich. Über die Aufstellung, Ausrüstung und Unterhaltung der Feuerwehren entscheiden die Gemeinden.
Bei der Förderung unterstützt der Staat die Kommunen bei Fahrzeugen, Ausrüstung sowie Bau und Generalsanierung von Feuerwehrhäusern, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Gefördert werden nur Vorhaben, mit denen noch nicht begonnen wurde. Die Kommunen werden von den Kreisbrandräten und den Fachberatern der Regierungen beraten.
Die Feuerwehr-Zuwendungsrichtlinie wurde laut Innenministerium bis 31. Dezember 2027 verlängert. Der Festbetrag für den ersten und zweiten Stellplatz bei einem Neubau oder einer Generalsanierung stieg von bisher jeweils 121.000 Euro auf 160.000 Euro.
Eigene Einschätzung
Die Auszeichnung macht sichtbar, dass Ehrenamt im Einsatzdienst ohne verständnisvolle Chefs kaum funktioniert. Aus der Mitteilung geht allerdings nicht hervor, nach welchen Kriterien die Betriebe ausgewählt wurden und was sie konkret von der Ehrung haben. Für Interessierte ist der Weg zur Feuerwehr einfacher, als viele denken: Der erste Ansprechpartner ist die eigene Gemeinde.













